Ein Personenzug war von hinten auf einen weiteren Zug geprallt, der am Samstagabend in der Ortschaft Al-Ajat südlich von Kairo zuvor auf einen Büffel gefahren war. Der Zusammenstoss mit dem Tier beschädigte den Angaben zufolge ein Ventil an der Lokomotive, weshalb der Zug nicht weiterfahren konnte.

Nach ersten Ermittlungen funktionierte ausserdem ein Signal nicht, das den Zugführer des hinteren Zuges hätte warnen sollen. Dieser steuerte seinen Zug mit vollem Tempo auf die stehenden Wagen. Zwei Wagen wurden komplett zusammengedrückt. Ein Augenzeuge sagte: "Sie sahen aus wie zwei kompakte Eisenblocks."

Noch am Sonntag waren die Rettungskräfte mit den Bergungsarbeiten beschäftigt. 15 der Verletzten konnten inzwischen das Spital verlassen. Augenzeugen sagten, es wären wohl Hunderte von Menschen gestorben, wenn nicht vor dem Aufprall des zweiten Zuges schon ein Grossteil der Passagiere aus dem vorderen Zug ausgestiegen wäre.

Im Februar 2002 waren beim schlimmsten Eisenbahnunglück in Ägypten ebenfalls in Al-Ajat 361 Menschen ums Leben gekommen. Ein explodierender Teekocher hatte damals sieben Wagen eines mit 4000 Menschen besetzten Zuges in Brand gesetzt. Viele Menschen starben, weil sich die mit Eisenstäben vergitterten Fenster nicht öffnen liessen.