Buchs

Buchs: Dorfstreit um ein Steinbiotop

Dorfstreit um ein Steinbiotop in Buchs

Dorfstreit um ein Steinbiotop in Buchs

Luxus oder verkehrsberuhigend? Legal oder gegen den Beschluss des Einwohnerrates? An der publizierten Neugestaltung der Einmündung der Pilatus- in die Bühlstrasse in Buchs scheiden sich die Geister.

Hermann Rauber

Seit Mai des vergangenen Jahres laufen an der Buchser Bühlstrasse, zwischen der Bach- und der Steinfeldstrasse, Tiefbauarbeiten. Die Gemeinde erneuert in diesem Abschnitt die Kanalisations- und die Wasserleitung. Ergänzend werden auch die Kabelschutzrohre für die IBAarau AG verlegt. Anschliessend wird auf der Brücke über das künftige WSB-Trassee ein neuer Belag eingebaut. Das gesamte Projekt ist am 21.Oktober 2008 vom Einwohnerrat bewilligt worden.

Verkehrsberuhigende Baute

Aufmerksame Buchser rieben sich die Augen, als Ende des letzten Jahres plötzlich ein Baugesuch für die «Neugestaltung Einmündung Pilatusstrasse in die Bühlstrasse»publiziert wurde. Denn dieser Teilbereich war weder im seinerzeitigen Verpflichtungskredit noch in den Projektunterlagen enthalten. Auf eine Anfrage von Einwohnerrat Ueli Kohler hin erklärte der Gemeinderat, es handle sich um ein separates Vorhaben, das über das Budget und die reguläre Kostenstelle Strassenunterhalt abgebucht werden könne. Es gehe lediglich um «verkehrsberuhigende Massnahmen» und um eine bessere Schulwegsicherung an diesem Ort.

«Fragwürdiger Buchungstrick»

Trotzdem sind gegen das Baugesuch zwei Einsprachen deponiert worden. Für Urs Schweizer ist klar, dass das vorgesehene Steinbiotop das Mass sprengt. Die Pilatusstrasse sei eine Sackgasse mit zehn Garagen, die kaum Verkehr verursachten. Die Kosten von gut 30000 Franken wolle der Gemeinderat, so Schweizer, «mit einem fragwürdigen Buchungstrick aus dem Strassenunterhaltsfonds entnehmen», obwohl das Parlament ein klar umgrenztes Projekt beschlossen habe. «Wenn gleichzeitig eine Steuererhöhung am Buchser Finanzhorizont wetterleuchtet, ist eine solch unnötige Ausgabe unverantwortlich und hinausgeworfenes Geld», erklärt der ehemalige Einwohnerrat Urs Schweizer dezidiert.

Der Buchser Gemeinderat habe bisher immer unterschieden zwischen «Zwangs- und Wahlbedarf». Beim Stein-Biotop handle es sich aber um «puren Luxus», der «im Interesse der Steuerzahler» nicht auszuführen sei. Die beiden Einsprecher verlangen, dass das ursprünglich vom Parlament bewilligte Projekt realisiert werde, im andern Fall das zusätzliche Bauvorhaben an der Einmündung der Pilatus- in die Bühlstrasse dem Einwohnerrat in Form eines Nachtragkredites vorzulegen sei. Als «irritierend» wird empfunden, dass das Baugesuch des Buchser Gemeinderates nur «sehr rudimentäre Angaben» zum Vorhaben enthalte, während «Private ausführlich dokumentierte Unterlagen abzuliefern haben».

Die Einsprecher haben zudem «aufschiebende Wirkung» für die Realisierung der Neugestaltung der Pilatusstrasse beantragt. Tatsächlich ruhen laut einer Meldung von der Buchser Bauverwaltung die Bauarbeiten an der Bühlstrasse ab sofort bis voraussichtlich 19. März. Allerdings nicht wegen der Einsprachen, sondern aus einem anderen Grund, muss doch gegenwärtig die Brummelstrasse für die Ausführung des WSB-Übergangs für den Verkehr geschlossen bleiben. Eine gleichzeitige Sperrung beider Strassen sei für die Verkehrsteilnehmer nicht zumutbar. Mit dem Einbau des Deckbelags können dann die Bauarbeiten an der Bühlstrasse Ende Mai nach gut einem Jahr endlich abgeschlossen werden.

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