SF bi de Lüt
Brugg stand kurz im Rampenlicht

Eindrücke von einem Live-Besuch der Live Sendung «SF Bi de Lüt» live in Brugg.

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SF bi de Lüt in Brugg

SF bi de Lüt in Brugg

Aargauer Zeitung

Sonntagabend in der Brugger Hofstatt: Noch dauert es eine halbe Stunde bis zum Beginn der Sendung «SF bi de Lüt». Dicht an dicht harrt aber schon seit geraumer Zeit das Volk der Dinge. Nicht einmal am Jugendfest - und das will in Brugg etwas heissen - bietet sich der Anblick einer solchen Menge.

Werner Fässler, der rührige Präsident von Wein und Brot, der mit den Winzerinnen und Winzern und der FDP Brugg, für das leibliche Wohl des Publikums besorgt ist, und mit dem Serviertablett zirkuliert, schüttelt den Kopf und meint ungläubig: «Wir haben mit etwa 400 Personen gerechnet, aber jetzt . . .» Dabei liesse sich die Sendung doch viel bequemer vom weichen Sofa in der heimischen Stube aus verfolgen als von den harten Festbänken.

«Noch zwei Minuten . . .»

Gregor Tomasi, der zusammen mit unzähligen Helferinnen und Helfern des lokalen OKs insgesamt wohl Hunderte von Stunden für die Bereitstellung der Infrastruktur für die 100 Minuten dauernde Sendung investiert hat, freut sich über das Wetterglück. Die Regieassistentin gibt Hinweise zum Umgang mit Handys - die offenbar nicht bloss Flugzeuge, sondern auch Funkmikrophone zum Absturz bringen können - und stellt mit einem tollen Trick gleich auch das von den Fernsehmachern verpönte Winken in die Kameras ab. Musikantinnen und Musikanten des vereinigten Brugger Musikkorps und martialische Legionäre warten auf ihren Einsatz. Derweils läuft sich Moderator Nik Hartmann warm. «Jabba geht es gut», versichert er. Dann wird es ernst.

Genau nach Drehbuch folgen sich Schlag auf Schlag die einzelnen Mosaikstücke der Sendung. Nik Hartmann lässt sich vom schlagfertigen Titus Meier in die Geheimnisse von Stadt und Region Brugg einweihen. Die herzigen jungen Jodler aus Grenchen jodeln aus voller Brust. Hannes Keller wird zu Aussenaufnahmen ins Museum in Kirchbözberg entführt. Irene Pfändler - «die Fischsauce riecht etwas streng» - gibt an Grill-Uelis Stand Geheimnisse der römischen Küche preis. Nik Hartmann unterhält sich vor einem leckeren Zvieriplättli mit dem Künstler Ruedi Sommerhalder, dem Mann der Auenlandschaft, und mit dem Dampflokführer Stefan Landenberger und dessen Mutter Susanne. Zwei Opfer mühen sich mit den Tücken eines Puzzle mit dem Brugger Wappen ab. Leonhard erscheint in der Arena - nicht um zu kämpfen, sondern um zu singen, Dazwischen sind an diskret platzierten Bildschirmen die Einspielungen zu verfolgen.

«Brugg hat erfüllt»

Dann folgt der Höhepunkt: Die Lösung der Wochenaufgabe: Senator Gaius Bruggius, alias Nationalrat Walter Glur, tritt mit römischem Gefolge auf den Plan und nimmt auf seinem Thron Platz. Zwei Gladiatoren kämpfen und Nik Hartmann verkündet: «Brugg hat erfüllt». (Woran auch nie zu zweifeln war.) Stadtammann Rolf Alder jubelt und reisst die Arme hoch.

So abrupt wie die Sendung begonnen hat, endet sie auch. Als hätte jemand den Stecker herausgezogen. Nik Hartmann verteilt Autogramme und entschwindet. Seine Assistentin Conny Brügger checkt vor dem Salzhaus ihre SMS. Regisseur Markus Balmer, der mit seinem Strohhut und den Wanderschuhen eher einem Touristen gleicht, schlendert zufrieden davon. An den Tischen in der Hofstatt hat es plötzlich freie Plätze. Brugg hat im Rampenlicht gestanden - für 100 Minuten.

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