Brugg

Doppelbödigkeit und Inkonsequenz wirft Otto Suhner als Präsident von Pro Bözberg dem Regierungsrat vor: Die Gangart ist so kämpferisch wie eh und je.

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Verein Pro Bözberg zeigt sich nach wie vor kompromisslos

Verein Pro Bözberg zeigt sich nach wie vor kompromisslos

«Mit allen legalen Mitteln»

Schon in seiner Begrüssung wies Suhner darauf hin, dass sich der Regierungsrat dort «für die mehrfach geschützte Landschaft auf dem Bözberg» einsetzt, wo er nichts zu entscheiden hat, nämlich in der Frage des Atomendlagers. Diese sei Bundessache. Auf der andern Seite erzwinge der gleiche Regierungsrat «Sondierbohrungen für einen Steinbruch im Interesse eines ausländischen Konzerns mit dem wenig glaubhaften Hinweis, es gehe nur um ein Richtplanverfahren».

Und dies in derselben mehrfach geschützten Landschaft, in einem Projekt, wo die Entscheidungsbefugnis beim Regierungsrat liege. Diese Haltung betitelte Suhner mit Inkonsequenz und Doppelbödigkeit.

Dem Verein Pro Bözberg mit seinen gegenwärtig 1780 Mitgliedern gehe es nach wie vor darum, «ein allfälliges Steinbruchprojekt der Jura Cement Fabrik (JCF) mit sämtlichen Vorbereitungsarbeiten und der zweifelhaften Unterstützung des Regierungsrates mit allen legal zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen». Es sei ihm ein Anliegen, «im Raum Bözberg ein möglichst umfassendes Gebiet in seiner heutigen natürlichen Form bezüglich Flora, Fauna, Geologie, Morphologie und Geschichte zu erhalten».

Mit einiger Genugtuung verwies Suhner auf den Rückstand auf die von der JCF erstellten Marschtabelle. Das Unternehmen hatte damit gerechnet, zum Jahresbeginn 2003 mit Sondierbohrungen zu beginnen, und schon 2012 sollte die Abbaubewilligung vorliegen.

Jetzt, 2009, ist das Bewilligungsverfahren für die Probebohrungen noch immer hängig. Die entsprechenden Einsprachen von Pro Bözberg, privaten Landbesitzern und den Gemeinden Unterbözberg und Effingen gegen die Bohrungen wurden zwar abgewiesen.

Alle drei Genannten haben sie aber an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Suhner: «Es geht hier nicht nur um Sondierbohrungen, sondern um ein handfestes Steinbruchprojekt. Wir glauben doch nicht mehr an den Osterhasen.»

«Wir werden nicht nachlassen», sagte Suhner, «wir werden – und da sind wir fest überzeugt – mit Hartnäckigkeit und Geduld unsere Ziele erreichen.» (mz/pb/wst)