Lukas Schumacher

Im Krisenjahr 2009 gebärdete sich die öffentliche Bremgarter Hand überraschend ausgabenfreudig. Antizyklisches Verhalten, das ein Lobeskränzchen verdient? Ja, aber... Denn der Investitionsschub fusst auch auf Tiefbauaktivitäten, die sich anboten. Den Takt dazu gab der Leitungsbau für den grossen Nahwärmeverbund vor, den das Unternehmen AEW Energie AG im Reussstädtchen erstellt. Im Sog dieser Arbeiten erneuert Bremgarten gleichzeitig ältere Wasser- und Abwasserleitungen sowie Strassenabschnitte.

Es läpperte sich

So steckte Bremgarten letztes Jahr rund 2 Millionen Franken in neue Wasserleitungen und 1,4 Millionen in neue Abwasserleitungen. Hinzu gesellten sich Nettoinvestitionen der Einwohnergemeinde im Gesamtbetrag von 5 Millionen, darunter die erste Tranche des Sporthallenbaus im Betrag von 3,2 Millionen und 900000 Franken für die Sanierung von Gemeindestrassen. Rechnet man die Investitionen der Ortsbürgergemeinde von 2,2 Millionen hinzu, wurden in Bremgarten 10,6 Millionen investiert.

Kehrseite der Investitionsfreude sind die Schulden, die deutlich zunahmen. Während die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen durch die vermögenden Eigenwirtschaftsbetriebe Wasserversorgung/Abwasserbeseitigung aufgefangen wurden und man sich um die wohlhabende Ortsbürgergemeinde Bremgarten keinerlei Sorgen zu machen braucht, sieht es bei der Einwohnergemeinde anders aus. Die Nettoschuld beträgt jetzt 9 Millionen Franken und somit gut 2 Millionen mehr als vor einem Jahr. Die Nettoschuld pro Einwohner – im Bezirkshauptort wohnen 6321 Personen – kletterte von 1100 auf mehr als 1400 Franken. «Selbstverständlich müssen wir die Schulden im Auge behalten», erläuterte Stadtammann Raymond Tellenbach, «aber fällige Investitionen müssen ausgeführt werden.»

Haushalt recht gut im Griff

Der Haushalt 2009 der Einwohnergemeinde, die laufende Rechnung, schloss solide ab. Bei Ausgaben von 27,6 Millionen und Erträgen von 30,4 Millionen resultierte ein Cashflow von 2,8 Millionen (Budget: 1,6 Mio.), den man zur Finanzierung der Investitionen einsetzte. Höhere Steuernachträge aus den Vorjahren – 2,13 statt 1,5 Millionen – sowie Einsparungen von einer halben Million beim Aufwand – schlugen vorteilhaft zu Buche.

Noch keinen Entscheid hat das Bundesverwaltungsgericht betreffend Ausstieg/Sanierung der APK (Aargauische Pensionskasse) gefällt. Es geht um die Frage, ob Bremgarten und die anderen 30 APK-abtrünnigen Gemeinden und Organisationen die von der APK geforderten Wertschwankungsreserven berappen müssen. Falls ja, muss Bremgarten zusätzlich 2,4 Millionen Franken überweisen.