Wildtierbestände

Breitere genetische Basis für Bartgeierpopulation

Bartgeier nahe des Ofenpasses (Archiv)

Bartgeier nahe des Ofenpasses (Archiv)

Der Bartgeier soll ab 2010 auch in den Kantonen Uri, Schwyz, Glarus und St. Gallen heimisch werden. Die Stiftung Pro Bartgeier klärt derzeit ab, welche Standorte sich für neue Auswilderungen am besten eignen.

Die Evaluation geschieht nach Angaben der Stiftung nach einem einheitlichen Kriterienkatalog. Ein geeignetes Gebiet soll hohe Wildtierbestände, eine gute Thermik und ein geringes Gefahrenpotenzial ausweisen. Zudem ist das Projekt auf eine gute Akzeptanz der lokalen Bevölkerung angewiesen.

Die geplanten Auswilderungen an einem neuen Ort sollen helfen, dass die Bartgeier schon bald wieder den gesamten Alpenraum besiedeln. Dazu soll die noch junge Bartgeierpopulation auf eine breitere genetische Basis gestellt werden.

Dieses Ziel soll mit gezielten Freisetzungen von jungen Bartgeiern erreicht werden, die aus bisher noch wenig vertretenen Linien stammen. Genetische Untersuchungen hatten gezeigt, dass die aktuell im Alpenraum brütenden Bartgeier mehrheitlich auf nur wenige Gründertiere der Zootierhaltung zurückgehen.

Lange Zeit wurde der Bartgeier mit seiner Spannweite von fast drei Metern als "übler Lämmerdieb und Kindsräuber" bezeichnet. Er wurde verfolgt, vergiftet und geschossen, bis er zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz aus den Alpen verschwand.

1978 startete ein grosses Wiederansiedlungsprojekt. In jahrelanger Arbeit bauten Zoos wie der Natur- und Tierpark Goldau und der Zoo La Garenne ein Zuchtprogramm auf. Seit 1987 werden alljährlich junge Bartgeier ausgewildert.

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