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Das Baselbieter Strafgericht hat sich seit Mittwoch mit jenem Mann beschäftigt, der in der Voruntersuchung einen Brandanschlag auf das Garagetor von Dieter Völlmin zugegeben, das Geständnis aber später widerrufen hat. Statt ein Urteil zu sprechen, hat das Dreiergericht unter Strafgerichtspräsident Enrico Rosa gestern die Verhandlung unterbrochen.

Es ist dem Antrag der Verteidigung gefolgt und hat eine psychiatrische Begutachtung der Schuldfähigkeit des Angklagten angeordnet. Gleichzeitig hat es den Anwalt des Angeklagten als «notwendigen Verteidiger» eingesetzt.

Enrico Rosa begründete den Entscheid so: «Es ist dem Gericht während der Verhandlung nicht gelungen, mit dem Angeklagten in Kontakt zu treten.» Seine Antworten seien oft völlig an den Fragen vorbeigegangen.

Der 27-Jährige hatte mit seinem Verhalten den Eindruck seines Verteidigers bestätigt, dass die psychische Steuerungsfähigkeit seines Mandanten erheblich gestört sein muss. Deshalb hatte der Verteidiger schon von Anfang an verlangt, anstelle einer Verhandlung solle ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.

Das Gericht wollte sich jedoch selbst ein Bild über die psychische Verfassung des Angeschuldigten verschaffen und stellte deshalb den Entscheid über seinen Antrag aus, ihn einer psychiatrischen Begutachtung zu unterziehen.

Enrico Rosa selbst hatte bei der Befragung zur Person vom Angeklagten in Erfahrung gebracht, dass dieser bereits zur Tatzeit regelmässig das Akne-Medikament Roaccutan eingesetzt hatte, das in selteneren Fällen auch psychische Störungen als Nebenwirkung zeigen kann. Das wäre eine mögliche, aber nicht die einzige Erklärung für das widersprüchliche Verhalten des Angeschuldigten.

Der hatte nach seiner Festnahme im März 2006 in der Voruntersuchung gegenüber einem polizeilichen Ermittler zugegeben, Mitte Januar 2005 das Garagentor vor dem Wohnhaus des SVP-Politikers Dieter Völlmin mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Hintergrund der Tat war ein Meliorationsverfahren, von dem auch der Landwirtschaftsbetrieb der Familie des Angeklagten betroffen war. Völlmin amtete bei diesem Verfahren als Vorsitzender der Expertenkommission.

Wenig später erhielten Völlmin und weitere am Verfahren beteiligte sowie zwei namensgleiche, aber unbeteiligte Personen Briefe, in denen gedroht wurde, dass die Adressaten und ihre Familien «in Flammen aufgehen werden. Völlmins Garage hatte schon das Vergnügen».

Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler auf dem Computer des Angeschuldigten zwar die Adressliste dieser Personen, nicht aber den Text des Briefes. Den habe er nicht abgespeichert, hatte der Angeklagte in der Voruntersuchung zugegeben und ein Geständnis unterschrieben, das er vor seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft gegenüber dem Untersuchungsrichter nochmals bestätigt hatte.

Das tat er erst anlässlich einer weiteren Einvernahme beim Statthalteramt Liestal im Juni des gleichen Jahres. Damals behauptete er auch (wider besseres Wissen, wie es in der Anklageschrift heisst), er sei durch den untersuchenden Hauptinspektor zu diesem Geständnis genötigt worden.

Als weiteres Indiz für eine erhebliche Persönlichkeitsstörung könnte auch die vor Gericht erhoben Anschuldigung dienen, er sei während der kurzen Untersuchungshaft gefoltert worden und habe nichts zu Essen erhalten. Davon ist in den von ihm unterzeichneten Protokollen auch nie die Rede.