Schönenbuch
Brand verhinderte das Feuern

Ein paar Basler Schützen trabten am Sonntag in Schönenbuch an, um das Obligatorische zu schiessen. Sie mussten wieder abziehen: Ein Feuer hat das Schützenhaus schon vor eineinhalb Jahren angekohlt.

Drucken
Teilen
Schiessstand Schönenbuch

Schiessstand Schönenbuch

bz Basellandschaftliche Zeitung

Walter Brunner

Feldschützen, Polizeischützen, Feuerschützen, Scharfschützen und so weiter: Basel hat eine lange Reihe von Schützengesellschaften. Deshalb ist aber die Schiessmoral nicht automatisch bei allen Baslern sehr hoch. Einige greifen erst im letzten Moment zum Gewehr, um das obligatorische Schiessprogramm zu absolvieren, das bis am 31. August erledigt werden muss.

Dieses Aufschieben ist einigen Basler Schützen zum Verhängnis geworden, die ihre Schiesspflicht am letzten möglichen Tag erledigen wollten und deshalb zum Schützenhaus von Schönenbuch pilgerten. Laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» waren es Dutzende Schützen. Allerdings mussten sie unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil die Schiessanlage von Schönenbuch seit einem Brand im Mai 2008 nicht mehr benutzt werden kann.

Schiesskalender im Internet

Die Basler Schützen sind offenbar vom Internet nach Schönenbuch gelockt worden. Weil sie die Schiesspflicht nicht mehr an einem bestimmten Ort erledigen müssen, konnten sie auf der Homepage des Kreiskommandos Baselland die letzten Schiessgelegenheiten erfahren. Am 30. August wurde an acht Orten im Baselbiet geschossen, darunter in Schönenbuch. Allerdings heisst es oben auf der Liste, das Kreiskommando übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten.

Eigene Verantwortung

Die Wehrmänner haben sich selber zum Obligatorischen in Schönenbuch aufgeboten; sie müssen sich selber um Ort und Termin kümmern. «Man ist selber verantwortlich, es ist eine Holschuld», bestätigt Klaus Mannhart, Sprecher des Sicherheitsdepartements Basel-Stadt. Die Wehrmänner müssten nun wohl im November in der Lachmatt zum Nachschiessen einrücken. Vielleicht finde man jedoch eine andere Lösung.

In Schönenbuch ist man sich bewusst, dass im Schützenhaus derzeit nicht geschossen werden kann. Das sei im Gemeindeblatt auch mitgeteilt worden, sagt André Knubel, Präsident der Feldschützen Schönenbuch. «Ich habe aber nicht gewusst, dass der Kanton die Schiesspläne im Internet veröffentlicht», sagt er. Massgebend seien die Mitteilungen der Vereine, und der Verein habe darüber informiert, dass man derzeit in Allschwil schiesse.

Neubau geplant

Bis jetzt hätten drei Wehrmänner bei ihm reklamiert, weil sie am Sonntag umsonst zum Schützenhaus gingen. «Alle drei wohnen in Schönenbuch und hätten es wissen sollen», sagt Knubel. Von den Schützen aus Basel habe er bisher keine Reklamationen erhalten.

Laut André Knubel wird das Gebäude für 260 000 Franken saniert. Dabei wird die Schützenstube etwas vergrössert. Das Geld hat die Gemeindeversammlung bereits bewilligt. Knubel rechnet noch im September mit der Baubewilligung. Im Frühling will man in Schönenbuch wieder schiessen.

Aktuelle Nachrichten