Michael Spillmann

Während die Feuerwehr in der Nacht auf gestern die letzten Glutnester bekämpfte, stand der Rupperswiler Gemeinderat Othmar Fischer konsterniert vor dem völlig ausgebrannten Schützenhaus und blickte auf die aufsteigende Rauchsäule: «Wir haben soviel Herzblut reingesteckt.

Jetzt ist alles zerstört.» Fischer ist selber seit Jahren Mitglied im Freien Schiessverein Rupperswil und hat mit seinen Vereinskollegen mehrere tausend Arbeitsstunden damit verbracht, die Anlage und die Schützenstube zu renovieren und einzurichten.

Der 300-Meter-Stand ist seit Jahren nicht mehr in Betrieb, der Verein hatte dort aber eine Übungsanlage für Luftgewehre unterhalten. Der benachbarte 50-Meter-Stand wird vom Pistolenclub Rupperswil betrieben.

Dieses Gebäude konnten die Einsatzkräfte vor den Flammen retten und eingelagerte Munition in Sicherheit bringen. Wie es nun weitergeht, weiss Othmar Fischer nicht: «Ich hoffe, wir finden einen neuen Ort, im Moment glaube ich aber nicht daran.»

Bereits früher wurde gezeuselt

Die Rupperswiler Schützen gehören zu jenen sechs Vereinen, die für die Organisation des Eidgenössischen Schützenfestes verantwortlich zeichnen. Hat der Grossbrand etwas mit dem anstehenden Schützenfest zu tun? «Das hoffe ich nicht», meinte Othmar Fischer.

Die genaue Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt. Die Brandermittler der Kantonspolizei gehen von einer Fahrlässigkeit oder sogar von Brandstiftung aus. Wie Gemeinderat Fischer gegenüber der MZ erklärte, habe es beim Schützenhaus bereits im Herbst 2008 gebrannt: «Ein Velo wurde angezündet, die Flammen griffen danach auf die Holzbeige über.» Beim Holzstapel im Eingangsbereich vermutet die Polizei auch beim verheerenden Feuer von gestern den Brandherd.

Schützenhaus gehörte nicht zum Fest

Jetzt steht der Schiessverein vor einem Trümmerhaufen. Die lodernden Flammen haben am Rupperswiler Schützenhaus einen Schaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken angerichtet. Das Gebäude ist mehrheitlich zerstört.

Jetzt stellt sich die Frage: Hat dies sogar Auswirkungen auf das Eidgenössische Schützenfest im nächsten Jahr? «Das hat überhaupt keinen Einfluss», beruhigte Medienchef Marcel Suter, «die Anlage in Rupperswil gehörte nicht zu den Schiessanlagen des Schützenfests.»

In Rupperswil wird zwischen dem 18. Juni und dem 18. Juli 2010 zwar geschossen, hierfür wird aber auf dem Füllernfeld eine provisorische Wettkampfanlage errichtet. Zudem gehören die Schiessanlagen in Buchs, Suhr und Lenzburg zum Schützenfest.

«Was passiert ist, ist sehr bedauerlich», erklärte Marcel Suter weiter. «Vor allem darum, weil es sich bei den Betroffenen um einen Teil der Trägerschaft handelt.» Der Medienchef des Eidgenössischen Schützenfests geht nicht davon aus, dass jemand dem Grossanlass schaden wollte. Aber: «Die Polizeiermittlungen werden Klärung bringen.»