Boss spricht mit Hächler

Nach der 1:4-Niederlage in Bellinzona ist der FC Aarau Tabellenletzter. Schlägt Sportchef Fritz Hächler auf dem Transfermarkt endlich zu oder fehlt für die Verpflichtung von schlagkräftigen Spielern das Geld?

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Aargauer Zeitung

Ruedi Kuhn

Stau am Gotthard? Von wegen. Nicht für den FC Aarau. Die Zauberformel auf der Fahrt vom Süden in den Norden ist einfach und lautet: in Quinto raus auf die Landstrasse, die Blechlawine von oben herab genau beobachten und analysieren, cool bleiben, schelmisch lächeln und in Airolo wieder rein auf die Autobahn. Clevere Bus- und Autofahrer konnten sich am Samstagabend mit dieser taktisch äusserst geschickten Variante die lästige Warterei von mehr als zwei Stunden ersparen.

Unter Druck Sportchef Fritz Hächler muss dringend neue Spieler verpflichten.

Unter Druck Sportchef Fritz Hächler muss dringend neue Spieler verpflichten.

Aargauer Zeitung

Auf der Strasse gibt der FC Aarau Vollgas. Auf dem grünen Rasen siehts zurzeit anders aus. Die 1:4-Pleite in Bellinzona soll- te dem Hintersten und Letzten im Umfeld des Klubs die Augen geöffnet haben: In dieser Zusammensetzung und mit diesem Kader ist der FC Aarau Abstiegskandidat Nummer eins. Dass es dem Kader der Mannschaft an Qualität fehlt, ist das eine, dass Gegner wie Bellinzona, Sion, Xamax, St. Gallen und Luzern aufgerüstet haben, das andere.

Ob Sportchef Fritz Hächler aus der jüngsten Vergangenheit die richtigen Lehren zieht? Der ehemalige FCB-Spielbeobachter Christian Boss, der neu für Aarau arbeitet, hat Hächler am Mittwoch in einem Gespräch die Probleme klar und deutlich aufgezeigt: «Ich mache mir grosse Sorgen», sagt Boss, «wenn sich die Aarauer nicht möglichst rasch mit drei, vier Super-League-tauglichen Spielern verstärken, gibts wohl keine Rettung mehr.»

Sions M ́Futi ist zu teuer

Das Hauptproblem der Aarauer ist die fehlende Offensivkraft. Gute Stürmer aber kos- ten Geld. Unter 20 000 Franken Fixlohn im Monat plus Prämien wechselt keiner zum Verein vom Brügglifeld. Verhandlungen mit diversen Spielern und ihren Managern haben bis jetzt zu keinem Erfolg geführt. So hört man aus Kreisen des FC Sion, dass der FC Aarau zu Beginn der vergangenen Woche grosses Interesse an der Verpflichtung von Mobulu M ́Futi hatte. Der Transfer scheiterte im letzten Moment an den finanziellen Forderungen des bald 28-jährigen Flügelstürmers aus dem Kongo. Im Fall des nigerianischen Stürmers Saidu Adeshina ist die Sachlage ähnlich. M ́Futi und Adeshina wären zweifellos Verstärkungen. Kontakte sollen die Aarauer auch mit Stürmer Marco Schönbächler aufgenommen haben. Laut Aussage von FCZ-Sportchef Fredy Bickel werden beim Meister zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Kaderspieler abgegeben.