Boi
Bois Familie will die Polizei vor Gericht zerren

Boi soll ihn genervt haben. Deshalb schlug Kris auf die 17-Jährige ein. Trotz Geständnis ist das Drama für die Familie von Boi nicht abgeschlossen. Sie wirft den Behörden Untätigkeit vor und will deshalb gegen die Verantwortlichen klagen.

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Boi Nguyen

Boi Nguyen

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Der Fall Boi scheint geklärt. Der Kriminalpolizei Aargau liegt ein umfassendes Geständnis des mutmasslichen Täters vor.

Für die Familie des Opfers hingegen beginnt erst jetzt die Trauerphase. Die Familie macht den Untersuchungsbehörden grosse Vorwürfe. «Bei der Suche nach meiner Schwester wurden grobe Fehler gemacht», sagt Hung - der Bruder des Opfers. Aus diesem Grund hat sich die Familie laut «Blick» einen Anwalt genommen und will die Polizei verklagen.

Konkret wirft die Familie den Ermittlungsbehörden vor, nicht intensiv genug nach der 17-jährigen Boi gesucht zu haben. Gerade weil sich die Familie von den Behörden im Stich gelassen fühlte, suchten die Verwandten und Freunde drei Monate lang im Tessin nach Boi - ohne Erfolg. «Wir waren in Lugano, Locarno, sogar in Mailand. Nirgends eine Spur von Boi».

Familie findet Zeugen in Sessa
Doch dann kam der Durchbruch: Am Campingplatz von Sessa trifft das Umfeld von Boi auf Personen, welche Boi im Dorf gesehen haben. Daraufhin bittet die Familie die Schwyzer Polizei im Wald mit Hunden nach Boi zu suchen. Die Polizei lehnt ab. Man sehe dafür keine Notwendigkeit.

Bereits zu diesem Zeitpunkt weiss die Polizei von der Internetfreundschaft zwischen Boi und Kris. Damit nicht genug: Im Tessiner Ferienhaus von Kris' Mutter finden die Behörden Bois Kleider und ihr Handy. «Doch die Beamten beharrten darauf, dass der Junge mit Bois Verschwinden nichts zu tun habe». Der mutmassliche Täter habe der Polizei damals erklärt, dass Boi ihm aufgetragen habe, ihre Kleider und das Handy verschwinden zu lassen. Diese Argumentation kann Bois Bruder nicht verstehen. «Wie kann man nur so naiv sein!»

Polizeibeamte unhöflich gegenüber der Familie
Die Untätigkeit der Polizei gipfelt laut Hung dann in folgender Aussage: «Ich sagte damals: Ich kenne meine Schwester. Sie würde nie wegbleiben, ohne sich zu melden. Da sagte mir der Beamte: ».

Derweil hat die Mutter von Boi den Tod ihrer Tochter nicht verkraftet. «Sie glaubt nicht, dass Boi tot ist. Sie denkt, die Rechtsmedizin hat sich geirrt». Deshalb sei das Bett im Zimmer frisch bezogen - für den Fall, dass Boi wieder nach Hause kommt. (muv)

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