Louisiana
Bohrung soll Ölfluss unterbrechen

Elf Tage nach dem Untergang der Ölbohrinsel « Deepwater Horizon» sind rund 300 Boote damit beschäftigt, Ölbarrieren auszulegen. Derweil bereitet BP eine Schrägbohrung zum Leck vor, um dieses abdichten zu können. BP drohen bereits Kosten von bis zu 8 Milliarden Dollar.

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Ölkatastrophe Louisiana
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Ölkatastrophe Louisiana

Keystone

Nach fast zwei Wochen seit dem Untergang der Ölbohrinsel vor dem Bundesstaat Louisiana strömen unverändert riesige Ölmengen in den Golf von Mexiko. Zunehmend werden Vergleiche zur bisher grössten Ölkatastrophe gezogen. Im «Exxon Valdez» Unglück von 1989 sank vor Alaska ein Öltanker. Über 40 000 Liter Öl strömten damals ins Meer, 250 000 Tiere verendeten und die umliegenden Strände sind bis heute mit Öl belastet.

Während rund 300 Boote Ölbarrieren auslegen, sucht BP weiter nach Möglichkeiten, den Ausfluss von Öl zu stoppen. Dabei macht man sich jetzt die Erfahrung von einem ähnlichen Unglück letztes Jahr vor der Küste Australiens zu Nutze. Damals wurde zum Leck in der Ölleitung schräg hinab gebohrt, um dieses anschliessend mit Schlamm und Beton abzudichten.

Die simpel klingende Idee hat ihre Tücken. So verfehlten in Australien vier Bohrungen die Leitung. Ein knapper Monat verging seit dem ersten Versuch, bis die fünfte Bohrung schliesslich auf die Leitung traf. Der US-Innenminister Ken Salazar sprach denn auch davon, dass es sogar noch bis zu 90 Tage dauern könnte, bis eine Lösung erfolgreich umgesetzt ist.

Der Konzern British Petroleum gerät indessen unter Druck. Barack Obama hat bereits angekündigt, dass der Konzern für sämtliche Kosten aufkommen muss. Aktuell sind das täglich etwa 6.5 Millionen Dollar, die «Financial Times» schreibt bereits von möglichen Endkosten von bis zu 8 Milliarden Dollar. BP selbst hat angekündigt, sich der Verantwortung in jedem Fall vollumfänglich zu stellen. (mik)