Böse Männer in inniger Umarmung

1. Allschwiler Schwingfest: Festgel?nde mit Zuschauern und S?gemehlkreisen f?r die Schwinger. Foto niz

Böse Männer in inniger Umarmung

1. Allschwiler Schwingfest: Festgel?nde mit Zuschauern und S?gemehlkreisen f?r die Schwinger. Foto niz

Das beim «Eidgenössischen» in Frauenfeld grassierende Schwinger-Virus hat auch die Region befallen: Ans erste Allschwiler Dorfschwingfest kamen mehrere tausend Menschen.

Birgit Günter

Schwingen scheint wieder in Mode zu sein. Nach dem Rekord-Publikumsaufmarsch beim «Eidgenössischen» in Frauenfeld mit einer Viertelmillion Zuschauern hat nun Allschwil die Schwingerfreunde in Scharen angelockt. «Es kamen deutlich mehr Leute als erwartet», frohlockt Philippe Hofmann, Mitglied des Organisationskomitees.

Er schätzt, dass es tausend Leute pro Tag waren. Für ein kleines Dorfschwinget, das zudem zum ersten Mal stattfand, sei das ein ausgesprochen erfreulicher Wert. Der zweitägige Anlass am Lettenweg, der ein Mix aus Schwing- und Dorffest war, hat sogar viele Leute von auswärts angelockt. Manuela von Däniken und Janine Fehr aus Birsfelden etwa freuen sich, dass der Anlass «für alle Generationen Unterhaltung bietet», Patrick Gabriel aus Basel lobt die «Familienfest-Atmosphäre».

Ein Lob auf die Kameradschaft

Einer, der sich inmitten von urchig duftenden Sägemehl-Kreisen, starken Männern und lüpfiger Musik ebenfalls wohlfühlt, ist der 22-jährige Joel Sorg aus Schönenbuch. Im traditionellen Mutz, der Schwingertracht, verfolgt er das Geschehen in den beiden Ringen. «Die Atmosphäre ist einfach toll», schwärmt der ehemalige Aktive, den ein Kreuzbandriss zur Aufgabe des Sports gezwungen hat. Besonders gefällt ihm die Kameradschaft und wie der Sieger dem Verlierer nach dem Kampf jeweils den Rücken putzt.

Auch andere Zuschauer sind fasziniert: Während sich im Ring die «bösen» Männer und Buben in inniger Umarmung umkreisen und umtänzeln, dann schwer atmend zu Boden gehen und sich gemeinsam im Sägemehl wälzen, ruft ein anderer Zuschauer spontan: «Ach, ist Schwingen etwas Schönes.»

Neue Tradition gründen

Für OK-Mitglied Philippe Hofmann ist klar, dass mit dem ersten Allschwiler Dorfschwingfest eine Tradition gegründet werden soll. Denn nach dem Wegfall des Predigerhofschwingfests auf dem Bruderholz hat sich in der regionalen Schwinger-Agenda eine Lücke ergeben. «Wir haben zwar ein anderes Konzept und sind darum kein direkter Ersatz, aber wir füllen jetzt das entstandene Vakuum», so Hofmann. Ob bereits im nächsten Jahr oder erst in zwei Jahren die zweite Ausgabe folgt, entscheidet das OK in den nächsten Tagen.

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