Böse Folgen durch Knaller

«Nicht mutwillig zerstört»: Unterdorfbrunnen in Obermumpf (Bild: FRI)

Brunnen Obermumpf

«Nicht mutwillig zerstört»: Unterdorfbrunnen in Obermumpf (Bild: FRI)

Am Nationalfeiertag sprengten Jugendliche in Obermumpf - unabsichtlich - mit einem Knallkörper den Dorfbrunnen. Bei der Obermumpfer Bevölkerung stösst der Jugendliche Leichtsinn auf Entrüstung, währenddem der Gemeindeammann vor den Kräften der Knallkörper warnt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Franken.

Silvan Hartmann, Paul Roppel

Obermumpf - «s'Dorf wo mer gfallt». Dieser Slogan der Fricktaler Gemeinde nahmen am diesjährigen Nationalfeiertag zwei Jugendliche offenbar nicht zu Herzen. Sie verunstalteten das Gemeindebild schlagartig mit einem Knallkörper und sprengten den Dorfbrunnen in zwei Teile.

Nach dem Vorfall handelten die Jugendlichen jedoch vorbildlich und orientierten umgehend Obermumpfs Gemeindeammann Peter Deubelbeiss. Dabei beteuerten sie, dass sie den Brunnen nicht mutwillig zerstören wollten. «Die Jugendlichen hatten den Knallkörper auf dem Brunnenrand platziert und als sie den Knallkörper anzündeten, kippte dieser Richtung Brunnen», erklärte Peter Deubelbeiss den Vorfall. Deubelbeiss glaubt den Jugendlichen, weshalb für die Gemeinde Obermumpf eine Strafanzeige nicht in Frage kommt. «Die Versicherungen der Beiden wurden bereits kontaktiert», so der Gemeindeammann. Der Zwischenfall zeige einmal mehr, welche Gewalt solche Knallkörper hätten und welche Gefahr sie in sich bergen, meinte Deubelbeiss weiter, «es ist einfach kein Spielzeug.»

Der Gemeinderat hat den Fall bereits traktandiert. Eventuell müsse der gesamte Brunnen ersetzt werden. «Es wird sicher nicht einfach sein, einen passenden Trog aus Naturstein zu finden», fügte Deubelbeiss hinzu. 1996 stimmte die Obermumpfer Gemeindeversammlung noch einem Kredit von 18 000 Franken zu, um den damals undichten Unterdorfbrunnen zu ersetzen. Der Unterdorfbrunnen hat damit gerade mal 13 Nationalfeiertage - sofern er komplett ersetzt wird - «überlebt».

Die Obermumpfer zeigen sich nach dem Vorfall empört, hoffen aber mehrheitlich, dass es «den Jugendlichen eine Lehre war», wie eine AZ-Umfrage im Dorf zeigt. Ein Rentner aus Mumpf hingegen zeigt weniger Verständnis und nimmt kein Blatt vor den Mund: «Zerstören liegt bei den Jugendlichen wohl im Trend. Ich hoffe, dass sie dafür bestraft werden.»

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