Blumen mit Sti(e)l: Familie Felchlin jubiliert

Die Familie Felchlin-Merkli macht seit 50 Jahren am Wochenmarkt Kundschaft glücklich - mit Blumen. An Kürzertreten denken die umtrieben Blumenleute nicht.

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Andreas Bannwart

«Wie amene Hochzit!» ruft eine Dame, als sie gleich drei Blumensträusse kauft und entgegennimmt. Vor 50 Jahren präsentierte die Familie Felchlin erstmals eine beeindruckende Auswahl an Schnittblumen auf dem Rathausplatz. Und war damit Zeuge der Geburtsstunde des Wettinger Wochenmarkts, der bis heute jeden Dienstag und Freitag stattfindet. Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer gratulierte der Familie Felchlin zu diesem Jubiläum mit einem Tropfen Wettinger Wein.

«Seit eh und je komme ich hierhin», sagt eine Pensionärin. Sie wählt ein Sträusschen, Karl Felchlin hebt es aus dem Wasserkessel und zeigt das Bouquet. «Gut so?» Ein Nicken genügt. Er lässt den Strauss kurz abtropfen, packt ihn gekonnt ein und gibt ihn mit.

Mit dem Wägeli

«So ein Sträusschen hält gut eine Woche», versichert er. Das gehe, weil sie die Blumen jeden Morgen um 5 Uhr schneiden und zu Sträussen binden würden – diese Woche ohne seine Frau, Hanni Felchlin-Merkli. Denn sie erhole sich von einem Eingriff im Spital.

Im Jahr 1958 übernahm Karl Felchlin in Hägglingen eine Gärtnerei. 33 Jahre später gab er den Betrieb, die heutige Gärtnerei Schnider-Felchlin, an seinen Schwiegersohn Remo Schnider weiter. Die Wurzeln der Gärtnertradition liegen aber in Wettingen: «Die Gärtnerei Merkli im Geisswies gehörte meinen Schwiegereltern», erinnert sich Felchlin.

Seine Frau zog damals mit einem Wägeli durch Wettingen und verkaufte Gemüse – bis im Juli 1960 der Wochenmarkt eingeführt wurde. Vor allem eines habe sich geändert, sagt Felchlin: «Früher verkauften wir Setzlinge für die Gärten, heute preiswerte Sträusschen aus Schnittblumen.»

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