BLT- und BVB-Gremien sollen besser kooperieren

Die zuständigen Regierungsräte beider Basel sind übereingekommen, dass die Verwaltungsräte der beiden Verkehrsbetriebe BLT und BVB enger zusammenarbeiten sollen. In Zeiten des Umbruchs seien gemeinsame Strategien erforderlich.

Drucken
Teilen
Baselbieter Tram

Baselbieter Tram

Daniel Haller

Nein, damit dass die beiden Regierungsräte Jürg Krähenbühl (BL, SVP) und Hans-Peter Wessels (BS, SP) nach dem Tangobeschaffungs-Krach zerschlagenes Geschirr kitten müssten, habe die Entflechtung der Verwaltungsräte von BLT und BVB nichts zu tun. Dies betonen beide in partnerschaftlicher Harmonie. Vielmehr gehe es darum, künftige Herausforderungen zu bewältigen: «Der Staatsvertrag zur Zusammenarbeit von BLT und BVB stammt aus dem Jahr 1982», erklärt Krähenbühl. «Heute müssen wir aber Antworten auf neue Fragen finden.»

Kein gemeinsamer Verkehrsbetrieb

An einen Staatsvertrag für eine gemeinsame Tram-Unternehmung - schliesslich fahren BLT- und BVB-Trams auf den gleichen Schienen und werden durch die gleiche Leitstelle überwacht - denken aber beide noch nicht. Einem derart weitgehenden Schritt stehe nicht zuletzt entgegen, dass die BVB bis vor Kurzem noch ein Staatsbetrieb, die BLT dagegen immer unabhängig war.
«Als der Staatsvertrag geschlossen wurde, war das Netz stabil», erläutert Wessels. «Heute hingegen arbeiten und planen wir an rund einem Dutzend Erweiterungen des Schienennetzes, etwa bei den Verlängerungen nach Weil am Rhein und Salina Raurica oder am Margarethenstich.» Zudem zeichne sich auf Bundesebene eine rasche Liberalisierung im öffentlichen Verkehr ab. Auf beide Dynamiken sei der Staatsvertrag nicht mehr zugeschnitten.

Entflechtung und Ergänzung

Krähenbühl erklärt den Zeitpunkt des Umbaus der beiden Verwaltungsräte damit, dass im Mai Wahlen für den BLT-Verwaltungsrat anstehen. «Wir sind uns einig, dass die bisherige Vermischung der strategischen und der operativen Ebene ungünstig war.»

In der Tat nahm bisher die BLT- und BVB-Direktoren Einsitz im Verwaltungsrat des Partnerunternehmens. Die operativen Chefs sassen im strategischen Überwachungsgremium des jeweils anderen Betriebs. Dies wird sich ändern: Als Baselbieter Vertreter wird alt Landrat Hanspeter Ryser (Oberwil, SVP), der bislang im BLT-Verwaltunsrat sass, in den BVB-Verwaltunsrat gewählt. Für Basel-Stadt wird alt Grossrat und Verkehrsexperte Peter Bachmann (SP) im BLT-Verwaltungsrat Einsitz nehmen.

Zusammenarbeit intensivieren

Die personelle Entflechtung soll mit einer intensiveren Zusammenarbeit der beiden Verwaltungsräte einhergehen. «Die beiden Verkehrsbetriebe sind aufeinander angewiesen», betont Wessels. Deshalb stellt er sich vor, dass künftig neben der gegenseitigen Vertretung sich die Verwaltungsräte auch zu gemeinsamen Sitzungen treffen, um über langfristige Strategien zu diskutieren. Die gemeinsame Erklärung der beiden Regierungsräte nennt dazu die Konzeption des Tramnetzes 2025 oder die Erneuerung des Staatsvertrages.

Aktuelle Nachrichten