Blockflöten statt Vuvuzelas

Das Ensemble «L’Art du Bois» trug in der reformierten Kirche mittelalterliche Stücke vor

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Blockflöten statt Vuvuzelas

Blockflöten statt Vuvuzelas

Limmattaler Zeitung

david hunziker

Fröhliche Musik vor den Sommerferien, so die Devise der Musikauswahl für das Sommerkonzert in der reformierten Kirche Dietikon, meinte Silvia Meier, eben abgetretene Verantwortliche für die Kultur in der reformierten Kirche. Die Wahl fiel auf das Ensemble «L’Art du Bois», dessen Mitglieder aus Freiburg, Basel und Baden-Baden stammen. Das mehrfach preisgekrönte Sextett hat sich auf die klassische Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barock spezialisiert. Aus letzteren beiden Epochen trugen die Musiker am Samstagabend in Dietikon Stücke vor.

Das Programm mit dem Namen «Musical Humors & Lamentations» – den gleichen Namen, einem Stück des Komponisten Tobias Hume entlehnt, trägt auch die neue CD von «L’Art du Bois» – soll ein Spektrum an verschiedenen Emotionen darstellen, die in Musik ausgedrückt werden können.

Beschwingte Maskentänze

Im ersten Teil, in dem Musik aus der Zeit der Renaissance vorgestellt wurde, trugen die sechs Musiker unter anderem Stücke des Komponisten John Dowland vor, so dessen berühmtes Stück «Lacrimae», oder Maskentänze mit anonymer Autorschaft. Diese Maskentänze versuchen die unterschiedlichen Ausdrücke der von Adligen damals an Bällen getragenen Masken in Töne zu fassen.

Der musikalischen Epoche des Barock war dann der zweite Teil des Programms gewidmet. Auch hier verwendete das Ensemble authentische Instrumente: Blockflöten aus dem Barock ersetzten die älteren Flöten und anstelle der Renaissance-Laute kam eine wunderschön verzierte Barock-Gitarre zum Einsatz. Als Bass-Fundament diente eine Viola da Gamba als ständiger Teil der Formation. Aus der Barockepoche waren unter anderem Stücke von Henry Purcell und Francesco Corbetta zu hören.

Nach dem Konzert stand für die Besucher ein Apéro mit erfrischender Bowle unter freiem Himmel bereit. Mit circa 50Zuschauern sei das Sommerkonzert dieses Mal etwas weniger gut besucht als sonst, meinte Meier. «Es liegt wohl an der Fussball-WM oder am wunderschönen Wetter.»

Das Sommerkonzert mit anschliessendem Apéro sei in den letzten Jahren zu einer Art Tradition geworden und bilde immer einen guten Abschluss vor den Sommerferien, so Meier weiter. «Wenn uns kein anderer Anlass dazwischen kommt, wird das Sommerkonzert normalerweise von über 100Leuten besucht.» Für nächstes Jahr sind den Organisatoren also Terminglück und ein abendliches Sommergewitter zu wünschen.

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