Maximum
Blatter wirbelt weiter

Das Projekt zur besseren Integration Langzeiterwerbsloser in die Arbeitswelt des PvB maxi.mumm läuft seit über drei Monaten. Kurt Blatter, ehemaliger Gemeinderat und jetziger Projektleiter, zieht ein positives Fazit.

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Tobias Granwehr

Seit dreieinhalb Monaten betreut Kurt Blatter das neue Projekt Stellenvermittlung und Personalcoaching von Langzeiterwerbslosen. Das neuste Angebot des Programms zur vorübergehenden Beschäftigung (PvB) maxi. Mumm soll eine Entlastung der Sozialhilfe und der übrigen Angebot von maxi.mumm herbeiführen, denn: Für diese besteht bereits eine Warteliste.

Blatter, der im Sommer aufgrund dieser neuen Stelle überraschend als Gemeinderat (SP) zurücktrat, zeigt sich nach den ersten Monaten zufrieden: «Das Interesse und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit seitens der Betriebe sind in der Region gut.» Blatters Aufgabe besteht darin, Kontakte zu Oberaargauer Firmen zu knüpfen, die Programmteilnehmer zu coachen - und möglichst viele von ihnen schliesslich zu vermitteln. Mit 40 Langzeiterwerbslosen habe er Gespräche geführt - sie alle sind potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

In den dreieinhalb Monaten stellte Blatter 120 Kontakte zu Betrieben und Vermittlungspersonen her. Es sei Teil seiner Aufgabe, ein Netzwerk in der Region aufzubauen, sagt er. 45 Unternehmen erteilten Blatter eine Absage. «Entweder sind sie zu klein oder sie engagieren sich anderweitig im sozialen Bereich.» Von 50 Firmen habe er aber die Zusage, ihn im Falle einer offenen Stelle zuerst zu kontaktieren, so Blatter.

An sechs Betriebe habe er bereits Leute vermittelt. Durch seine Vermittlung ist beispielsweise eine unbefristete Stelle zustande gekommen. Dazu kommen zwei Stellen über drei Monate mit Option auf Verlängerung und zwei Schnupperwochen für eine Speziallehre - letztere führten leider nicht zum Ziel. Aber immerhin: «Aufgrund des Schnuppereinsatzes arbeitete eine Person ein paar Wochen dort», sagt er. Das tönt nach bescheidenem Erfolg. Doch wenn man bedenke, welch grosses Handicap es sei, ein Jahr oder länger Arbeitslos zu sein, sei das nicht schlecht.

Im Oberaargau gebe es immer weniger niederschwellige Arbeitsplätze, vermehrt seien qualifizierte Arbeitnehmer gefragt, erklärt Christa Toggenburger, Leiterin des PvB maxi.mumm. In dieser Region bestehe diesbezüglich ein strukturelles Problem. «Das soziale Denken fehlt in einigen Betrieben. Vielen Chefs ist gar nicht bewusst, dass es ein Gewinn sein kann, wenn sie unseren Programmteilnehmern eine Chance geben», sagt Blatter. Doch der Langenthaler, der bereits im Sommer sagte, das Projekt sei auf ihn zugeschnitten, gibt sich topmotiviert: Er will noch viele Kontakte zwischen Firmen und Langzeiterwerbslosen knüpfen.