Fisibacher Dorfmärt

Bitte nur mit Fechtli in Ferse und Spitz

Entdeckungsreise: Der Fisibacher Dorfmärt steckt immer wieder voller Überrachungen. ZUR

Entdeckungsreise

Entdeckungsreise: Der Fisibacher Dorfmärt steckt immer wieder voller Überrachungen. ZUR

Die Kleinen liessen sich schminken, die Grossen mit Prosit die Gläser klirren; Klein und Gross übte sich im Blasrohrschiessen und manch einer nahm mitten auf der Dorfstrasse eine Dusche.

Rosmarie Mehlin

Der Fisibacher Dorfmärt ist zur biennalen Tradition geworden und wird längst nicht nur von Einheimischen gerne und rege besucht. Obwohl Petrus immer wieder von einem so gewaltigen Seelenschmerz überwältigt wurde, dass er seinen Tränen heftig freien Lauf liess, war das auch am Samstag nicht anders.

Es ist kein grosser unter den zahlreichen Märkten, aber er strahlt sehr viel Persönlichkeit aus. Klar, ist das obligate Märtangebot auch in Fisibach vertreten, fehlen weder die bedruckten Nuscheli noch die kunstvoll geflochtenen Türkränze, da gibt es ebenso selbst gemachtes Bauernbrot wie die passende Konfi drauf.

«Mit Fechtli?», erkundigte sich ein stattlicher Mann an einem der Stände mit Glismetem. «Aber klar doch», versicherte die Strickerin, worauf der Mann zufrieden nickte. Es war der Paul Frei, der Schnitzer Paul wie er daheim in Ehrendingen genannt wird. Eigentlich müsste er ja Wollsocken-Paul heissen, denn a) trägt er ausschliesslich solche, handgestrickte, und b) nur solche, deren Fersen und Spitzen verstärkt sind - eben - mit einem Fechtli.

Applaus für Turner und Bläser

Die Maitli und jungen Damen von der Geräteriege Rekingen zogen mit der Demonstra-
tion ihres turnerischen Könnens grosse Aufmerksamkeit auf sich und ernteten ebenso viel Applaus wie die Blaskapelle Hei-Palakka aus Kleindöttingen. Der Walter Huser war mit seinen lustigen Figuren aus Tannenrugeli und allerlei weiteren Materialresten aus Zufikon ins Bachsertal gekommen.

Weil der längst pensionierte Wirt noch immer gerne werkelt, lässt er seiner Fantasie freien Lauf: «Immer wenn ich das Bedürfnis habe, öppis mit Hand und Fuss zu machen, entsteht wieder eine solche Figur.»

Aus dem Herzstück von WC-Papierrollen, gefüllt mit Holzwolle und aufgemöbelt mit Wachs, hatten geschickte Kinderhände «Anzünder» kreiert. Bei den Jungschützen war einerseits gute Puste, andererseits ein scharfer Blick gefragt. Blasrohrschiessen war zwar günstig, aber gar nicht so einfach, wies auf den ersten Blick aussah. Zwei Probeschüsse und fünf Schüsse gabs für einen Fufzger.

Noch viel schwieriger, als es aussah, war allerdings das Salami-Schiessen, pro Knall für einen Stutz: Tja, wenn man wenigstens auf einen Salami hätte schiessen können - aber nein, einen solchen konnte man gewinnen, wenn man eine Schnur traf (was sackschwer war), an der eine Flasche baumelte, die dann zu Boden fallen musste.

Alles für einen Gaumenschmaus

Apropos Salami: Auch ohne zu schiessen und zu treffen musste selbstverständlich keiner der Besucher hungrig nach Hause. Gratis bekam man Versuecherli von Landjäger, Bauernschüblig, Hobelkäse, Wildschweinwurst offeriert und verschiedene Beizli luden mit Speis und Trank zu geselligem Geniessen.

So richtig genossen hat es gar so manche sehr junge Dame, nämlich geschminkt zu werden. Nicht wie die Miss Schweiz oder sonst ein Model, nein - viel schöner, nämlich zum Beispiel wie ein stolzer gelber Kater namens Nadine mit langen schwarzen Schnauzhaaren.

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