Sandro Zimmerli

«Im Moment ist alles im grünen Bereich. Die Leute verhalten sich so, wie wir uns das erhofft haben», sagt Wildhüter Martin Peter. Das ist nicht selbstverständlich. Denn vor einem Monat wurde auf dem Altberg oberhalb von Oetwil der Aussichtsturm eröffnet. Wie erwartet lockt die neue Attraktion viele Besucher auf den Berg. «An schönen Tagen hat es mehr Besucher auf dem Altberg als früher», so Peter. Bislang habe das aber noch nicht zu Problemen geführt. «Die Leute halten sich an die neue Ordnung», hält er fest.

Hunde an der Leine führen

Mit der neuen Ordnung sind die im Zuge des Baus des Aussichtsturms eingerichteten Wildruhebereiche auf dem Altberg gemeint. Diese neuen Ruhebereiche sollen dem Wild trotz des Besucheransturms ungestörte Rückzugsgebiete sichern. An verschiedenen Standorten weisen Tafeln die Besucher des Altbergs auf die speziellen Zonen hin. Sie werden gebeten, sich in den markierten Gebieten auf den Wegen zu bewegen und die Hunde an der Leine zu führen.

Entstanden sind diese speziell ausgeschilderten Bereiche auf Intervention der Jagdgesellschaften auf dem Altberg. Bereits in der Planungsphase des Aussichtsturms äusserten die Jäger Bedenken, dass durch die neue Attraktion künftig noch mehr Besucher den Weg auf den Berg finden und dadurch die Ruhe des dort ansässigen Wildes stören würden.

Stress für die Tiere

Solche Störungen würden zu Stress bei den Tieren führen, schrieben die Jagdgesellschaften und die am Bau beteiligten Gemeinden in einer Mitteilung vor der Eröffnung des Turms. Bereits heute würde das Wild unter dem hohen Erholungsdruck leiden. Insbesondere das Reh könne am Morgen oder am Abend für die Nahrungsaufnahme nicht mehr auf die Wiesen austreten.

«Auch im Wald nehmen die Störungen ständig zu. Es ist bekannt, dass wiederholte Störungen zu Stress führen, was besonders in strengen Wintern fatale Folgen haben kann», hiess es weiter. So würden die Tiere vertrieben und müssten von ihren Energiereserven zehren. Schwächere Tiere können diesem Druck nicht widerstehen und würden sterben. Zudem würden die Tiere in entlegene Gebiete verdrängt, wo es zu Schäden, vor allem am Jungwald, kommen könne.

«Meine Kollegen und ich sind jeden Tag rund um den Altberg unterwegs. Wir führen mit den Spaziergängern und den Velofahrern Gespräche», erklärt Peter. Dabei würde man die Leute auf die Wildruhebereiche aufmerksam machen. Zwar gebe es immer noch Besucher, die von den neuen Zonen noch nichts gehört hätten. «Wenn wir ihnen erklären, was der Grund für diese Ruhebereiche ist, verstehen sie unser Anliegen», so der Wildhüter.