«Big Brother» in der Schule

Sprayereien, Sachbeschädigungen und Lärm durch Jugendliche auf dem Primarschulhausareal gehören in Obergerlafingen schon fast zum Alltag. Nun hat der Gemeinderat die Nase voll und prüft die Installation von Überwachungskameras.

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«Big Brother» in der Schule

«Big Brother» in der Schule

Solothurner Zeitung

Raffaela Kunz

Als «nicht sympathisch» bezeichnete Gemeindepräsident Beat Muralt (FdP) am Mittwochabend vor dem Gemeinderat die Option, Kameras zu installieren. Einen anderen Ausweg sieht er aber nicht: Der engagierte Sicherheitsdienst könne dem Problem nicht beikommen, die Beschwerden häuften sich. Als jüngstes Beispiel der Zerstörung dient der Tischtennistisch auf dem Schulhof, der im April demoliert wurde – für den Schaden kommt niemand auf. Noch grösser ist das Problem gemäss Marcel Zuber (parteilos) in den Sommerferien, wenn sich die Jugendlichen tagtäglich treffen. Trotzdem steht er der Überwachung kritisch gegenüber: «Die Kameras animieren zur Vermummung.»

Werden Probleme verlagert?

Zuber schlug vor, die Personalien der Jugendlichen aufzunehmen, um die Eltern anzuschreiben. Auch Thomas Holliger (parteilos) äusserte Bedenken. Die Probleme könnten sich an andere Stellen im Dorf verlagern.

Muralt fand es fraglich, ob die Kontaktaufnahme mit den Eltern etwas nütze. Zudem sei es mittels Kamera-Attrappen möglich, weitere Teile des Dorfs zu erfassen. Er rechnet mit Kosten in der Höhe von 40000 Franken – so viel hat sich Recherswil sein Überwachungssystem kosten lassen. Schliesslich beschloss der Gemeinderat einstimmig, Offerten einzuholen.

Endlich wieder positiv

Ebenfalls einstimmig genehmigte der Gemeinderat die Jahresrechnung 2009. Diese konnte mit einem Plus von rund 173000 Franken abgeschlossen werden. Die Gründe sieht Muralt in deutlich höheren Steuereinnahmen. Auf der Aufwandseite schlägt der Bereich Bildung mit rund 100000 Franken teurer zu Buche. Bezüglich der Arbeitsschule will Muralt nachhaken. «Wir haben eine Durststrecke überwunden», zeigte er sich insgesamt erfreut – zum ersten Mal seit 2005 schreibe die Gemeinde schwarze Zahlen. Der Rat einigte sich darauf, 41000 Franken abzuschreiben und den Rest ins Eigenkapital zu überweisen. Das Investitionsvolumen 2011 legte er auf 400000 Franken fest.