Bienen Fricktal
Bienen fliegen fleissig im Fricktal

In der Region gibt es genügend der fleissigen Insekten. Angespannt ist die Lage beim Imker-Nachwuchs.

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Bienen Fricktal

Bienen Fricktal

Aargauer Zeitung

Susanne Hörth

Die Probleme, mit denen sich die Imker zusehends häufiger auseinandersetzen müssen, sind anspruchsvoll und intensiv, weiss der Fricktaler Bieneninspektor Thomas Amsler. Zu den Problemen gehören die Varroa-Milbe und der Rückgang der Hochstamm-Obstbäume.
Ende März informierte die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) über die Problematik der Bienensterblichkeit der letzten Jahre. Es wurde betont, dass ein starker Rückgang der Bienenpopulationen grosse wirtschaftliche und ökologische Folgen nach sich ziehen könnte. Denn Bienen spielen bei der Bestäubung der Obstblüten eine wichtige Rolle.

Ein grosses Problem für die Bienen ist die Varroa-Milbe. Das bestätigt auch Thomas Amsler, Bieneninspektor für die Bezirke Laufenburg und Rheinfelden sowie die Gemeinde Densbüren. «Die Varroa-Milbe spielt bei der Bienengesundheit erwiesenermassen eine ganz zentrale Rolle.» Die Imkerei sei durch das Auftreten dieses Parasiten schwieriger geworden. Der moderne Imker könne die Varroa durch neue Behandlungsstrategien zwar einigermassen gut unter Kontrolle halten. «Diese Anpassung ist vielen Imkern schwer- gefallen, wodurch sie dann ihre Imkereien aufgegeben haben.»
Bezug nehmend auf das scheinbare Fehlen von Bienen, meint der Bieneninspektor: «Seitdem das Bienensterben in aller Munde ist, schauen die Leute auch öfter zu den blühenden Obstbäumen hinauf und sind dann erstaunt, dass sie kaum Bienen sehen.» Dass es aber durchaus genügend dieser fleissigen Insekten hat, sie aber vielfach nicht zu sehen sind, erklärt der Fachmann so: «Zurzeit herrscht Vollblüte vieler Obstarten gleichzeitig, das Angebot ist daher riesig und die Bienen verteilen sich sehr locker, dies war schon immer so. Bei genauerem Hinsehen sieht man einzelne Bienen an den Bäumen, welche fleissig von Blüte zu Blüte eilen, dies den ganzen Tag und nicht nur die paar Minuten, welche wir bestenfalls Zeit haben.»

Ein anderes Bild präsentiert sich im Sommer, wenn weniger blühende Pflanzen zu finden sind. «Diese Pflanzen summen dann regelrecht.» Amsler ist überzeugt, dass es in den meisten Teilen der Schweiz noch genügend Bienen zur Bestäubung hat. «Die Schweiz ist in Europa noch immer das Land mit der am Abstand höchsten Bienendichte. Sehr unsicher ist, wie gut diese verteilt sind, da könnte es schon sein, dass bereits Lücken vorhanden sind.»

«Die Obstbauern im Fricktal müssen sich vermutlich noch nicht allzu grosse Sorgen machen», meint Amsler. Viel mehr seien die Imker über den massiven Rückgang der Hochstamm-Kirschbäume besorgt. Ein Problem für die Imker ist auch der Feuerbrand, der verschiedene Fricktaler Gemeinden veranlasste, ein Verstellverbot für Bienenvölker auszusprechen.