Bieltor

Bieltor strahlt wieder im Zeichen der Zeit

Montiert in luftiger Höhe die Zeiger des westlichen Zifferblatts: Stadtuhrmacher Martin von Büren.

Bieltor strahlt wieder im Zeichen der Zeit

Montiert in luftiger Höhe die Zeiger des westlichen Zifferblatts: Stadtuhrmacher Martin von Büren.

Die monatelange uhrzeitliche Orientierungslosigkeit am Bieltor hat ein Ende: Gestern wurden an den vier Zifferblättern die Zeiger montiert.

Christian Fluri

«Endlich», sagt eine Passantin und schaut gespannt in die Höhe. Im Korb des Drehleiterfahrzeugs der Feuerwehr steht Stadtuhrmacher Martin von Büren und befestigt gerade einen der über zwei Meter langen Zeiger. Die Zeiger der vier Zifferblätter mussten abmontiert werden, weil die komplizierten Zeigerwerke im Inneren repariert und gewartet werden mussten (wir berichteten).

Wie oft die Uhr am Bieltor konsultiert wird, zeigt sich schnell. Rund um das Feuerwehrfahrzeug finden sich viele Zuschauer. Und alle sind sie sich einig: «Die Uhr ist halt schon ‹cheibe gäbig›. Jetzt, wo sie wieder läuft, braucht man nicht immer auf die Armbanduhr zu schauen.» Derweil hat Martin von Büren die beiden Zeiger und die dekorative Abschlussrosette beim westlichen Zifferblatt montiert und macht sich auf den Weg ins Turminnere. Hier offenbart sich ein raffiniertes System aus Gestänge und unzähligen Zahnrädern. Das zentrale Uhrwerk überträgt seine Kraft auf eine ausgeklügelte Verteilkonstruktion. Schliesslich sollen ja alle Zifferblätter die gleiche Zeit anzeigen.

Synchronisation dauert noch ein bisschen

Bis es allerdings so weit ist, braucht es noch viel Feinarbeit. Ein manuelles Drehen von nur einem Millimeter am Gestänge hat nämlich gravierende Auswirkungen auf die Zeiger aussen am Zifferblatt. «Es dauert noch ein paar Tage, bis alle Werke sauber synchronisiert sind. Vielleicht müssen wir die Uhr noch einmal anhalten. Aber bis Mitte April sollte alles wieder normal laufen», erklärt Martin von Büren.

Die Zahnräder und Stangen der zentralen Mechanik sind restauriert worden und an denjenigen Stellen, wo sie ineinandergreifen, hat von Büren Schutzkästen aus Holz angefertigt. So bleibt die Mechanik vor Wind, Wetter und Dreck besser geschützt. «Die Verzahnung war kaputt», erklärt der Stadtuhrmacher. Ein Grund: Die enormen Kräfte, die der Wind über die Zeiger auf die Mechanik bringt. Denn: «Bei einer Uhr, die in alle vier Himmelsrichtungen zeigt, windets immer irgendwo.»

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