Geschäft mit Abfall

Biel

Das Kreisgericht Biel-Nidau hat zwei Bieler Kehrichtmänner zu bedingten Freiheitsstrafen von 12 Monaten verurteilt. Jahrelang sackten sie Geld und Naturalien von Leuten ein, welche so weniger bezahlten als für Kehrichtmarken.

Die Geschichte begann gemäss den Aussagen der beiden Schweizer im Jahr 1998, als der Inhaber eines Bieler Blumenladens den Vorschlag machte, sie sollten doch seinen Container leeren, ohne dass darauf eine Kehrichtmarke klebe.

Mit der Zeit akzeptierten der 50- und der 60-jährige Kehrichtmann solche Zuwendungen, die unter dem Preis der Kehrichtmarken lagen, auch von Bieler Restaurants und Privatpersonen. Und vom FC Biel erhielten sie ein Saisonabonnement.

In den Restaurants wurden die beiden meist mit Getränken und Esswaren versorgt. «Das verbanden wir oft gleich mit unserer Pause», sagte der ältere Verurteilte.

Insgesamt liessen sich die beiden Schweizer in zwölf Fällen mit Geldern und Naturalien im Wert von rund 77 000 Franken bestechen. Dazu kommt eine Verurteilung wegen Veruntreuung. Sie verkauften Kehrichtmarken im Wert von 8000 Franken weiter, welche sie von Leuten erhielten, welche die Marken ihnen abgaben statt aufklebten. Dies aus Angst, sie könnten entfernt werden.

Wie es so weit kommen konnte, können sich die beiden geständigen Männer heute nicht mehr erklären. «Die Ausnahme wurde irgenwann zur Regel», erklärte der 50-Jährige. «Wir haben Mist gebaut». Beide sind entlassen worden und gehen momentan Aushilfsarbeiten nach. (sda)

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