Altlast

Beznau: Radiologischer Altlast auf der Spur

Radiologischer Altlast auf der Spur

Radiologischer Altlast auf der Spur

Soll die radiologische Altlast aus den Anfängen des Atomkraftwerks Beznau entfernt oder abgedeckt werden? Beim Kernkraftwerk Beznau haben Probebohrungen von Schwimmplattform aus begonnen.

Michael Hunziker

Die Schwimmplattform vor dem Kernkraftwerk Beznau (KKB) ist nicht zu übersehen. Rund 60Bohrungen mit einem Durchmesser von etwa 10 Zentimetern werden in den nächsten 2 bis 3Wochen einen Meter tief in den Grund des Oberwasserkanals getrieben. Die Proben werden im Labor untersucht. Im Einsatz stehen sowohl Mitarbeiter des KKB als auch Vertreter von externen Firmen.

Das Ziel ist klar: Es wird abgeklärt, wo sich die radiologische Altlast – es handelt sich um belasteten Kies – aus der Bauzeit des Atomkraftwerks genau befindet und welche Ausdehnung die betroffene Fläche hat. In
der Folge wird entschieden, welche Massnahmen getroffen werden. «Die Auswertungen der Untersuchungen bilden die Grundlage für einen Bewilligungsantrag für eine nachhaltige Sanierung», erklärt Axpo-Sprecher
Roland Keller.

Böschung bereits saniert

Bei den Probebohrungen, die am Montag begonnen haben,

sei die Personensicherheit von grösster Bedeutung, ergänzt Projektleiter Max Ritter und erwähnt als Herausforderungen die tiefen Temperaturen und die Tätigkeiten an einem Fliessgewässer. Die Arbeiten wurden von der Aufsichtsbehörde bewilligt, dem eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi. Angekündigt wurden die Massnahmen im September 2009 (die AZ berichtete). Bereits im letzten Jahr saniert wurde ein rund 20 Quadratmeter grosser Bereich der Böschung, über die der Kies damals eingebracht worden ist.

«Grenzwerte eingehalten»

Der Vorfall liegt rund 40 Jahre zurück: Beim Bau von Beznau II trat aus einer Verbindungsleitung radioaktive Flüssigkeit aus. Der Untergrund wurde leicht kontaminiert. In Absprache mit der Behörde wurde ein Teil des Kieses im Oberwasserkanal eingebracht. Die freigesetzte Radioaktivität betrug 1,4 Prozent der zulässigen Jahreslimiten. «Es wurden sämtliche Grenzwerte eingehalten», sagt Keller. Untersuchungen haben laut dem Axpo-Sprecher gezeigt, dass in der Umgebung heute keine erhöhte Radioaktivität gemessen werden kann, da der Kies von 5 bis 6 Meter Wasser überdeckt sei. Am Flussgrund aber seien die Reste nach wie vor messbar.

Obwohl vom abgelagerten Kies keine Gefährdung für Mensch oder Umwelt ausgehe, sei mit der geplanten Neukonzessionierung und Modernisierung des Wasserkraftwerks Beznau die radiologische Altlast zum Thema geworden, hält Keller fest. Vorgesehen sei, die Angelegenheit zu bereinigen.

Nach den Messungen und Auswertungen wird, so Keller, zuhanden der Geschäftsleitung ein Antrag unterbreitet. Voraussichtlich Ende Juni soll ein Bewilligungsantrag vorliegen.

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