Bewilligung rückt in Griffnähe

Rettungsdienst Regelung der Zuständigkeit im Bürenamt

Daniela Deck

«Vor Weihnachten erhält der Rettungsdienst eine Antwort aus Bern. Das kann ich auf jeden Fall sagen.» Das erklärt der Berner Kantonsarzt, Hans Gerber, auf Anfrage. Ob der Kanton dem Ambulanz- und Rettungsdienst (ARD) Grenchen die Bewilligung erteilt, dauerhaft im Bürenamt tätig zu sein, will Gerber noch nicht verraten.

Seit dem Frühling wartet der ARD auf eine Antwort aus dem Kanton Bern. Er hat bei der Gesundheitsdirektion eine Betriebsbewilligung beantragt. Denn bekanntlich gewährleistet er die Versorgung der Dörfer Leuzigen, Arch, Rüti und Lengnau im Bürenamt sowie von Romont. Nach monatelanger Funkstille kommt nun Bewegung in diese Frage. Gerber: «Das ist ein langes Verfahren. Die Rettungsdienste müssen detailierte Unterlagen einreichen, und gelegentlich müssen sie Dokumente nachliefern.» Das war auch im Fall des ARD so.

«Spezielles Verfahren» brachte Verzögerung

Doch das erklärt nicht, weshalb fast ein Jahr verstrichen ist. Der Kantonsarzt spricht ein «spezielles Verfahren» an, das der ARD - anders als die Berner Rettungsdienste - anwende. Das habe eine Prüfung durch auswärtige Experten nötig gemacht. Worum es sich konkret handelt, will Gerber nicht sagen. Rettungsdienstchef Reinhard Grichting kann sich vorstellen, dass damit die Narkose ausserhalb des Spitals gemeint ist. «Das hat unzähligen Menschen das Leben gerettet», ist er überzeugt. Persönlich habe er dieses Verfahren, für das die Grenchner Rettungssanitäter ausgebildet seien, in «über 1000 Fällen» angewendet. Überdies gehörten zwei Anästhesieärzte zum Team. «Falls sich der Kanton Bern daran stört, würde ich eine entsprechende Verbotsklausel in der Betriebsbewilligung aber natürlich akzeptieren», versichert Grichting.

Auf die Bevölkerung der fünf Gemeinden hat sich die Verzögerung nicht nachteilig ausgewirkt. Auf Verfügung des Berner Gesundheitsdirektors Philippe Perrenoud hat der ARD die Dörfer im gleichen Ausmass versorgt wie zuvor, und gemäss dem Standard, der in Grenchen gilt. Dafür würden Zusatzteams aufgeboten, damit die Versorgung in Grenchen gewährleistet bleibt, so Grichting.

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