Vietnam
Besuch in die Geschichte Vietnams

Die Vinh Moc-Tunnelanlage wurde im Vietnamkrieg 1965 zum Schutz der Bevölkerung Vinh Mocs angelegt. Sie liegt nördlich von Hue, eines der stark bombardierten Gebiete während des Vietnamkrieges.

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Tunnelsystem

Tunnelsystem

Evelyne Brader
Pro Einwohner wurde im Laufe des Krieges etwa sieben Tonnen Bombenmaterial abgeworfen, im total an die 700‘000 Stück! Die Kratergruben des Bombardements ist für den Laien ersichtlich. Wo immer wir hingucken: Einschlaglöcher. Grausig!

Die Braders

Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet.

Mutter Evelyne, 39, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien.

Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob.

Roman ist mit 12 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht.

Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch.

www.messageinabottle.ch

Die Vietnamesen gruben sich zum Schutz verschiedene Höhlensysteme, eines davon wollen wir heute besichtigen: Vinh Moc Tunnels: 94 Familien oder 300 Personen konnten darin Unterschlupf finden. Jede Familie hatte eine kleine Schlafnische, um genauer zu sein, nicht mehr als ein Lehmloch von zirka 1,5 Quadratmeter, worin bis 4 Personen Platz fanden. 17 Kinder wurden im kleinen Gebärraum geboren und haben das Licht der Dunkelheit erblickt.

Die Bevölkerung musste sich teilweise über Monate in den Tunnels aufhalten, zwei Frischwasser-Quellfassungen ermöglichten ihnen das Überleben. Nur eine Toilette stand den Bewohnern zur Verfügung. In einem grossen (für Tunnelanlageverhältnisse) Aufenthaltsraum wurde auch mal musiziert, Kinder unterrichtet, Verhandlungen und Versammlungen abgehalten.

Wir kraxelten heute durch dieses dreistöckige Höhlensystem, dessen Bau zwei Jahre beanspruchte. Die Vorstellung, dass hier Menschen Unterschlupf fanden, schaudert mich. Es ist so ganz still, fast beklemmend. Ich glaube, die roten Lehmwände könnten Geschichten erzählen. Geschichten des Krieges, der Brutalität, des verzweifelten Überlebenskampfes.

Doch sind es nicht nur die Gänge, die mich tief berühren, auch die Landstriche, in denen noch heute kaum ein Grashalm wächst, die leer von Bäumen dastehen, dessen vergiftete Erde so schutzlos daliegt. Das brachiale Bild erinnert mich daran, dass dieser Krieg noch nicht lange her ist, sich die Natur vom Agent Orange Anschlag noch nicht erholt hat. Ich werde mir auch bewusst, dass sich ähnliche Situationen verteilt über den Globus in diesem Moment wiederholen... und all das stimmt mich heute sehr traurig und sehr nachdenklich.

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