Der Mann war angeklagt worden, weil er nach der Flucht von Kampusch mehrere Stunden mit Wolfgang Priklopil durch Wien gefahren war, bevor dieser sich vor einen Zug warf. Dabei soll der Entführer eine Art "Lebensbeichte" abgelegt haben.

Für Richterin Minou Aigner hat der Mann seinen Freund damit aber nicht vor dem Zugriff der Polizei bewahrt. Priklopil habe offenbar nicht vorgehabt zu fliehen, sondern noch eine Aussprache gesucht.

Der "Fall Kampusch" sorgt seit Jahren in Österreich für Aufsehen. Die Wienerin war im März 1998 als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule von Priklopil entführt und in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden.

Am 23. August 2006 konnte die junge Frau aus eigener Kraft flüchten, ihr Peiniger nahm sich noch am selben Tag das Leben. Nach Kampuschs Wiederauftauchen wurden immer mehr Fragen nach möglichen Mittätern und Polizeifehlern laut.

Auch der Name des besten Freundes von Priklopil tauchte dabei immer wieder auf. Er soll Kampusch einmal bei einem ihrer wenigen Ausflüge mit ihrem Entführer getroffen haben, dabei aber nicht realisiert haben, wer sie ist.

Mit Spannung wird eine für Anfang September angekündigte Biografie Kampuschs erwartet, in der die 22-Jährige auch über ihre Gefangenschaft sprechen will.