Böttstein
Besserer Schutz vor den Fluten

Umfangreiche Hochwasserschutzmassnahmen auf beiden Aareseiten: Der Damm wird aufgeschüttet, Blockstein- und Betonmauern werden erstellt.

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Damm

Damm

Aargauer Zeitung

Michael Hunziker

Tonnenweise Material - Kies, Beton oder Steine - wird mit Lastwagen an- und abtransportiert, aus- und eingebaut. Entlang der Aare unterhalb der Aarebrücke in Kleindöttingen sind derzeit die Dammschüttarbeiten im Gang. Das Ziel steht fest: Bis Ende März 2010 sollen die Tätigkeiten im Abschnitt Aarebrücke- Bootshäuser-Weiher abgeschlossen sein. Die Arbeiten seien stark witterungsabhängig, gibt Andreas Suter, Geschäftsleiter des Kraftwerks Klingnau der Aarewerke AG, zu bedenken. «Bis jetzt verläuft alles planmässig. Wir sind auf Kurs.»

Was genau passiert? Die wasserseitige Böschung wird gegen die Aare verschoben und der bestehende Damm wird aufgeschüttet und verdichtet. Abgedichtet werden die Böschungen mit Bentonit-Matten, einer Mischung aus verschiedenen Tonmineralien. Der Bau einer Blocksteinmauer im Bereich der Bootshäuser ist für die Monate Januar und Februar 2010 vorgesehen.

Mauer beim Schwimmbad

Auf der rechten Flussseite auf Döttinger Boden - im Bereich Surbmündung/Mülibach - kommt ebenfalls eine Blocksteinmauer zu stehen. Entlang der Surb wird der Hochwasserschutz auf der einen Seite mit einer Betonmauer und auf der anderen Seite mit einer Dammaufschüttung sichergestellt. Die Mauern im Bereich der Mülibachmündung sollen ab Januar 2010 erstellt werden. Ebenfalls ab Januar ist in einer zweiten Etappe auf der ganzen Länge des Schwimmbades Döttingen der Bau der Betonmauer geplant, die rund zwei Meter über den bestehenden Weg ragt.

Begonnen hat die Realisierung der Hochwasserschutzmassnahmen an der Aare in Böttstein, Döttingen und Klingnau in diesem Herbst. Ende Oktober wurden die Rodungs- und Forstarbeiten in Angriff genommen.

Mehr Sicherheit

Rückblick: Seit Betriebsbeginn des Kraftwerks Klingnau im Jahr 1935 trat die Aare bei Hochwassern mehrmals über die Ufer. Das Projekt zur Erhöhung der Hochwasserschutzdämme wurde in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen und den betroffenen Gemeinden erarbeitet. Im Mai und Juni 2008 lag das Projekt öffentlich auf. Im April dieses Jahres erteilte der Regierungsrat des Kantons Aargau die Bewilligung für die Erhöhung der Schutzdämme im Staugebiet des Kraftwerks Klingnau. Gebildet wurde eine Begleitkommission mit Vertretern des Kantons, der Standortgemeinden, der Gesuchstellerin Aarewerke AG sowie den Anstössern.

Beendet werden die Arbeiten spätestens Ende 2010. Im Bauprogramm berücksichtigt sind die verschiedensten Interessen: Brutzeit der Vögel, Umleitungen von Rad- und Wanderwegen, Verlegungen von wichtigen Werkleitungen. Die gesamten Kosten werden auf rund 6 Mio. Franken geschätzt.