Beromünster restauriert seinen Blickfang

Beromünster restauriert seinen Blickfang

Beromünster restauriert seinen Blickfang

Das Stiftstheater und die Schol am Westrand des Fleckens Beromünster trennen den Stiftsbezirk von der Hauptgasse. Dieses Jahr beginnt die Restauration der beiden Gebäude.

Peter Siegrist

Der Luzerner Flecken Beromünster ist reich an historisch bedeutsamen Gebäuden. Das Stiftstheater, die Schol und die St.-Afra-Pfrund bilden die so genannte Triade.

Das Stiftstheater, bereits 1306 erwähnt, diente einst als Kornspeicher und Weinkeller des Stifts. Es wurde im 16. Jahrhundert als Tanz- und Festsaal und für Theateraufführungen genutzt, und es war seit je ein kulturelles Zentrum. Die nebenanliegende Schol ist bereits 1323 als mittelalterliche Metzg belegt, 1517 wurde die darüberliegende Tuchlaube erstmals erwähnt. Beide Gebäude fallen mit ihren Arkaden im Erdgeschoss und den klassisch gestalteten Fassaden den Besuchern von Beromünster auf.

Sanierungsbedarf ausgewiesen

An einer Medienorientierung zeigte der Architekt Gabriel Wey auf, dass sich eine Restaurierung der Gebäude aufdrängt. Der Dachstuhl des Stiftstheaters genüge statisch nicht mehr, und bei beiden Gebäuden frisst die Feuchtigkeit am Mauerwerk. Die helle Fassade des Stiftstheaters täuscht, denn dieses Gebäude wurde 1976 aussen saniert.

Gabriel Wey kennt als Architekt die Stiftsbauten wie seine Hosentasche, ist er doch seit 35Jahren mit der Sanierung der verschiedenen Stiftsgebäude beschäftigt.

Wey stellte ein Gesamtprojekt vor, das eine gemeinsame kulturelle Nutzung der Bauten vorsieht.

Im Stiftstheater wird neu der hohe Dachraum einbezogen. Hier entsteht ein Theaterraum, der mit mobilen Podesten verschieden genutzt werden kann. Der heute abgestufte Bühnensaal im 1.Obergeschoss wird eben und zum Vortrags- und Konzertraum umgestaltet. Erschlossen wird das Obergeschoss über ein Foyer im Erdgeschoss, die heutigen Arkaden werden verglast. Die Technikräume werden in der St.-Afra-Pfrund untergebracht. In der nebenanliegenden Schol werden Seminar- und Festräume entstehen. Das heutige Cachet bleibt dabei erhalten. Louis Naef, Regisseur, betonte an der Orientierung die Bedeutung der neuen Räume als Aufführungsstätte und zukünftiges Kulturzentrum. «Hier kann eine Begegnung stattfinden, zwischen Laientheater und professioneller Kultur», sagte Naef.

Grosse Aufgabe für das Stift

«Wir wurden über die Kosten orientiert», erklärte Stiftsprobst Josef Wolf, «und wir haben zugestimmt.» Die Chorherren werden bei der Mittelbeschaffung mithelfen, und «wir denken mit Gottvertrauen an die Zukunft».

Hansjörg Galliker orientierte über den Kostenrahmen und die Finanzierung. Der Voranschlag beträgt 5,4 Mio. Franken. Mittels Fundraising sind bereits 2,6 Mio. eingegangen. Zusätzlich fliessen Mittel von der Gemeinde, dem Kanton und dem Bund. 700000 Franken müssen vom Stift selber aufgebracht werden. «Die Finanzierung ist gesichert», erklärte Galliker den Medienleuten.

Baubeginn ist noch dieses Jahr, die Architekten rechnen mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten.

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