Aquabasilea

Berner Tannen für das Dach

Aquabasilea will nach Plan am 1. März 2010 starten. Die Bauarbeiten verlaufen offenbar termingemäss.

Patrick Rudin

In vier Monaten eröffnet in Pratteln die Bäderlandschaft «Aquabasilea» mit angegliedertem Marriott-Hotel und einem Büroturm. Gestern zeigten die Bauherren an einer Führung, wie weit der Bau bereits fortgeschritten ist.

Beeindruckend ist das grosse runde Dach der Badewelt aus Holz, dessen Firstring wiegt satte 36 Tonnen: Bei einem «Störfall» der benachbarten Chemie oder gar einem Unfall eines Güterwagens auf den nahen SBB-Geleisen soll der mehrere Meter hohe Aussenwall die Wucht einer Explosion nach oben lenken, die Holzkonstruktion des Daches muss dabei die Druckwelle aufnehmen können.

«Hier entsteht ein Hightech-Bauwerk», sagte der ausführende Architekt Walter Enders von der Marazzi AG gestern stolz: Das Bauwerk müsse nicht nur stabil sein, sondern auch die hohe Feuchtigkeit der Bäderlandschaft problemlos ertragen. Das dabei verwendete Tannenholz stammt übrigens aus dem Berner Oberland. Optisch einen deutlichen Kontrast zum nackten hellen Holz an der übergrossen Decke bilden dagegen grosse und deutlich sichtbare Lüftungsrohre aus Aluminium.

Rutschfester Boden

Am Boden nimmt der Baualltag seinen Lauf: Die grossen Wasserbecken sind nahezu fertig gebaut, um diese herum verlegen derzeit die Arbeiter Fliesen - im Gegensatz zu vielen anderen Nasszonen wird es auf dem neuen Boden im Aquabasilea angeblich keine Rutschgefahr geben.

Auch die sechs verschiedenen Wasserrutschen sind bereits fixfertig: Hochgeschwindigkeitsrutschen, offene Rutschen, Wasserbahnen mit Gummireifen - wer vom Rutschen genug hat, findet direkt nebenan ein Wellenbad. Einzig vom «Verzascatal» war gestern noch kaum etwas zu erkennen, in einer grossen Ecke der Bäderlandschaft entsteht als Ruhezone eine «modellierte» Felslandschaft mit einem Bach.

Während das neue beim Hotel angesiedelte Restaurant «max» bereits bekanntgibt, dass ein Hamburger mit Käse, Speck und Pommes 27 Franken kosten wird, halten sich die Betreiber der Badelandschaft in punkto Eintrittspreise noch bedeckt. Auf Nachfrage hin betont man, dass man sich als modernste und vielfältigste Wasserwelt in der Schweiz sieht, dennoch müsse man sich bei den Preisen auch an der Konkurrenz ausrichten.

Derzeit kostet ein Abendeintritt unter der Woche im Alpamare am Zürichsee für Erwachsene 33.50 Franken, eine Tageskarte am Wochenende 51 Franken, der Zuschlag für Sauna und Fitness beträgt 5 Franken. Indirekt bestätigten die Verantwortlichen in Pratteln gestern, dass Aquabasilea die genannten Preise wohl nicht unterbieten wird. Auch ist noch nicht klar, ob es bereits zur Eröffnung Packages mit Anreise und Eintritt geben wird. Man betonte gestern lediglich, man sei mit Railaway und ähnlichen Partnern noch im Gespräch.

Büroturm ist fast fertig

Der praktisch fertige Büroturm ist von allen Seiten bereits gut zu erkennen, in den zehn Stockwerken steht jeweils rund 500 Quadratmeter für Büros zur Verfügung, im Parterre rund 1200 Quadratmeter für Shopping. Über künftige Mieter war gestern noch nichts zu erfahren.

Ursprünglich war unter dem Namen «Raurica Nova» ein 45 Meter hoher Tauchturm als Wahrzeichen der Bäderlandschaft geplant, Rentabilitätsberechnungen liessen die Promotoren dann allerdings auf einen Bürokomplex umschwenken. Aquabasilea wird von verschiedenen Anlagefonds der Credit Suisse finanziert: Rund 119 Millionen Franken kostet die Wasserwelt, 111 Millionen Franken das Hotel, der Büroturm sowie die 500 unterirdischen Parkplätze.

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