Holzpreis
Berner sahnen bei Holzpreis ab

98 Projekte aus den Kantonen Solothurn, Bern, Basel-Stadt, Baselland und dem Oberwallis wurden im November 2008 für den Holzpreis eingereicht. Eine neutrale Jury hat acht Berner Holzbauten ausgezeichnet. Sie wurden gestern in Biel prämiert.

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Holzpreis Schweiz

Holzpreis Schweiz

Solothurner Zeitung

Thaïs In der Smitten

Holzpreise sind an sich nichts Neues. Neu ist, dass sich unter der Federführung von Proholz Lignum Luzern die verschiedenen regionalen Arbeitsgruppen zusammengeschlossen haben, um den Holzpreis schweizweit, statt wie bis anhin regional, zu vergeben: Den «Holzpreis Schweiz - Prix Lignum 2009».

Die Schweiz wurde dafür in fünf Regionen aufgeteilt. Die Kantone Solothurn und Bern fallen gemeinsam mit Basel-Stadt, Baselland und dem Oberwallis in die Region «Mitte». Aus dieser Region sind bis Ende November vergangenen Jahres 98 Eingaben eingegangen. Dabei ist die Anzahl der Objekte mehr oder weniger analog zur Grösser der vier Kantone.

Stuhl, Brücke, Haus

Von der Brücke, über das Wohnhaus bis zum Stuhl seien alle Arten von Objekten zugelassen gewesen, sagt Projektleiterin Melanie Brunner. Voraussetzung war jedoch, dass das Objekt bereits realisiert, aber erst nach dem 1. Januar 2005 fertig gestellt worden ist und dass der Standort des Objektes oder zumindest jener der Firma in der Schweiz ist.

Die Objekte wurden von einer sechsköpfigen Jury aus Fachleuten aller vorkommenden Disziplinen beurteilt, wobei ausser zwei ständigen Mitgliedern alle aus anderen Regionen stammten, um Neutralität zu garantieren. Ständige Mitglieder waren Peter Eberhard, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Architektin Rahel Marti, Redaktorin des Sonderheftes Hochparterre. Der Holzpreis wird unter anderem vom Förderprogramm «Holz 21» gesponsert.

Preisträger Region Mitte

Hauptpreis:
Forstwerkhof der Burgergemeinde in Biel (2007), Bauzeit Architekten, Bern

Ausgezeichnet:
Wylerpark der SBB in Bern (2008), heute Livermore Investments Group, British Virgin Island/Zürich, Architekten Rolf Mühlethaler, Bern
Verwaltungsgebäude Swissgenetics in Zollikofen (2007) Architekt Lüscher Egli, Langenthal
EIZ Erhaltungs- und Interventionszentrum der BLS in Frutigen, Architekten Müller & Truniger, Zürich
Flussbad Schwäbis der Einwohnergemeinde Thun in Thun (2007),
Johannes Saurer Architekt, Thun
Wohnhaus Campingplatz Eichholz der Stadtbauten Bern in Wabern (2008)
Verwaltungszentrum UVEK des Bundesamt für Bauten und Logistik BBL Ittigen (2005) GWJ Architekten, Bern
Haus Matten, Freilichtmuseum Ballenberg, Brienz (2008) Architekt Patrick Thurston, Bern (mgt)

Um die Vergleichbarkeit von einem Stuhl mit einem Verwaltungsgebäude sicherzustellen, sei ein Fragenkatalog erarbeitet worden, so Brunner. «Was sind die hervorstechenden ästhetischen Merkmale? Wodurch unterscheidet sich die Arbeit von anderen verwandten Arbeiten? Ist das Holz zweckmässig eingesetzt? Macht die Arbeit eine bestimmte ideelle Aussage», so lauteten einige der Fragen.

Ausgezeichnet wurde der hochwertige und zukunftsweisende Einsatz von Holz. Dennoch seien kaum Objekte aus den Bereichen Kunst und Design eingegangen.

Solothurner gingen leer aus

Wie die gestrige Preisverleihung für die Region Mitte in Biel zeigte, waren die Gewinner der Region Mitte ausschliesslich Berner. Den Hauptpreis bekam der Forstwerkhof der Burgergemeinde Biel, sieben weitere Gebäude in Bern wurden ausgezeichnet (siehe Text oben). Einen Grund dafür, wieso keine Solothurner Objekte prämiert wurden, konnte Elias Kurt von Pro Holz Solothurn nicht nennen.

Eine Gelegenheit sich zu präsentieren ist aber der Holzpreis auch für die Solothurner Architekten, Bauingenieure, Bauunternehmen und Bauherren: Denn seit gestern bis Mitte Juni sind alle Holzobjekte an der Fachhochschule Biel ausgestellt. Während der Herbstmesse Solothurn (HESO) werden die 98 Eingaben auch in Bild und Wort zu bestaunen sein.

Kurt zieht eine positive Bilanz: «Es ist eine Gelegenheit, sich innerhalb der Branche auszutauschen, aber auch die Öffentlichkeit auf den Baustoff Holz aufmerksam zu machen.» Dank Umweltbewusstsein und der Zunahme von Minergiegebäuden komme Holz als Baustoff wieder in Mode.

Einen Wunsch hat Kurt jedoch: Auf die Dauer dürfe die Prämierung nicht so einseitig ausfallen. Denn mit dem Preis soll indirekt auch die Branche in allen Kantonen gefördert werden. Eine Kantonsquote sei prüfenswert, jedoch wolle man den Wettbewerb nicht unnötig verwässern. «Schliesslich soll das beste Objekt gewinnen.»

Der Holzpreis Schweiz löst die regionalen Preise ab. Der Solothurner Holzpreis wurde zuletzt 2007 verliehen. Die nächste Holzpreis Schweiz-Verleihung soll gemäss Brunner in drei Jahren stattfinden. Das sei ein sinnvoller Rhythmus, um genug Bandbreite bei den Eingaben zu garantieren. Vielleicht schneidet der Kanton Solothurn ja 2012 besser ab.

Weitere Infos unter: www.holzpreis-schweiz.ch