Katharina Schwab

Rund 30 Menschen versammeln sich am Samstagmorgen in Bern im Gemeinderatssaal des Erlacherhofs. Sie feiern ihren Zuzug und werden vom Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät höchst persönlich willkommen geheissen. Dass nicht alle Zuzüger auf diese Weise begrüsst werden, ist klar. Anlass für die Feier ist, dass seit Ende September mehr als 130 000 Menschen in der Stadt Bern leben.

Nick Schwaller lebt seit einem Monat in Bern und gehört zu den neuesten Zuzügern der Stadt. Warum er in Bern lebt? Nick wurde vor einem Monat hier geboren. Seine Eltern, Maria und Michael Schwaller, wohnen seit längerem in Bern. «Dank Nick durften wir an den Zuzüger-Apéro kommen», sagt der Vater und lacht. Maria Schwaller gefällt an Bern besonders die Aare - auch dass alles kompakt und in der Nähe sei: «Innert ein paar Minuten bin ich überall.» Zudem sei Bern die perfekte Verbindung ihrer Heimatstädte Thun und Solothurn, fügt Michael Schwaller hinzu.

«Friedvolle Stadt»

Hans Kollrack hat in Bern eine Arbeitsstelle erhalten. Deswegen entschied er sich, von
Konstanz nach Bern zu ziehen. Der Deutsche hatte einen guten Anfang in der Schweiz, da er bereits einige Menschen kannte, wie er selber sagt. Die Bernerinnen und Berner seien ihm freundlich begegnet, und die Stadt sei sehr beeindruckend: «Es ist zu merken, dass die Stadt organisch wachsen durfte», sagt Kollrack und zieht damit den Vergleich zu den im Zweiten Weltkrieg zerbombten deutschen Städten.

Deshalb bezeichnet er Bern als «friedvoll». Wenn die Probezeit in seiner neuen Arbeitsstelle überstanden sei, werde er seine restlichen Sachen von Konstanz nach Bern bringen, sagt Hans Kollrack und freut sich darauf.

Leichte Wohnungssuche

Der Stadtpräsident muss nicht gefragt werden, was ihm an Bern gefällt: Für Tschäppät ist Bern so oder so die «schönste Stadt der Welt», wie er allen Anwesenden erklärt. Tschäppät betont, dass mit dem steten Wachstum auch in Zukunft neuer Wohnraum geschaffen werden müsse, denn die Wohnungsangebote seien weiterhin knapp.

Die Französin Aline Dominh hatte allerdings keine Probleme mit der Wohnungssuche. «Ein Freund hat mir geholfen. Ich fand schnell die passende Wohnung», erzählt sie. Auch sie ist aus beruflichen Gründen nach Bern gezogen. «Ich erhielt die Gelegenheit, hier zu arbeiten. Die nutzte ich», sagt die junge Französin. Auch ihr gefällt die Stadt. Begeistert ist sie von den öffentlichen Verkehrsmittenl.

Die älteste Zuzügerin ist Dory Thomi. Die 78-Jährige zog vor einigen Wochen von Ostermundigen in die Altersresidenz in Brünnen. «Es ist schön, alles ist nah. In dieser Umgebung fühle ich mich einfach wohl», so Dory Thomi, die damit wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt ist.