Nepal
Bergsteiger befreit sich schwer verletzt aus Gletscherspalte

Ein amerikanischer Kletterer ist im Himalaya 22 Meter tief in eine Gletscherspalte gefallen und hat sich dabei schwer verletzt. Er konnte sich aber aus eigener Kraft befreien und Rettung anfordern. Seinen Überlebenskampf hielt er auf Video fest.

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«Ich bin wirklich am Arsch», sagt Bergsteiger John All in die Kamera. Sein Gesicht ist blutverschmiert. All schwenkt die Kamera nach unten und sagt, er sei froh, nicht noch tiefer gefallen zu sein.«Ich kann meinen Arm nicht bewegen und muss hier irgendwie raus.»

Der Wissenschaftler aus dem US-Bundesstaat Kentucky war im Himalaya in Nepal unterwegs, um Schneeproben zu nehmen, als er 22 Meter tief in eine Gletscherspalte fiel. Beim Sturz brach er sich den Arm, fünf Rippen und kugelte sich die Schulter aus. Noch schlimmer: Er hat innere Blutungen.

Sechsstündiger Aufstieg

Dennoch nimmt der 44-Jährige den Aufstieg aus der Spalte in Angriff. Nach sechs Stunden ist er endlich an der Oberfläche. Von hier aus dauerte es weitere drei Stunden bis er bei seinem Zelt ist, wo er via Satellit einen Hilferuf absetzt.

Der Notruf erscheint auch auf Facebook, auf der Seite des «American Climber Science Program». John All ist Vorsitzender der Organsiation. Seine Kollegen reagieren auf den Notruf und leiten die Rettung ein. Weil das Wetter zu schlecht ist, kann ihn der Rettungshelikopter aber erst am darauffolgenden Tag abholen und ins Krankenhaus fliegen. Auf Facebook wurde Alls Situation laufend aktualisiert.

Nach seiner Rettung bedankte er sich auf dem Account: «Als ich zitternd und blutend auf den Heli wartete, haben mich die Dinge, dich ich über Satellit hörte am Leben gehalten.» (cze)