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Belchen im Jurapark-Abseits

Die Lücke im Perimeter des Juraparks Baselland am Belchen bleibt. Nach einer hitzigen Debatte bestätigte die Gemeindeversammlung den Beschluss des Gemeinderates.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Otto Graf

Eptingen bleibt rot, zumindest im Perimeter des Juraparks. Daran hat auch die an der Gemeindeversammlung konsultativ durchgeführte Abstimmung, ob sich das Dorf am Fusse des Belchens am Jurapark Baselland beteiligen soll, nichts geändert. Die Stimmberechtigten stützten den Entscheid des Gemeinderates, dem gleichnamigen Verein nicht beizutreten mit 28 gegen 11 Stimmen deutlich.

Gemeinderat Thomas Gerber machte aus seiner Abneigung gegen den Jurapark keinen Hehl. Wohl gebe es mit dem Fördern des regionalen Denkens, der Chance für die Region sowie der Mitfinanzierung durch Bund und Kanton gute Gründe für den Park. Aber auf Eptingen mit seiner naturnahen Landschaft bezogen, überwögen die Nachteile, gab Gerber zu verstehen. So sei das Konzept des Juraparks unklar definiert und die Finanzierung der Projekte nicht gesichert. Die Gemeinden hätten mit Einschränkungen und Folgekosten in unbekannter Höhe zu rechnen. Überdies sei die Bürokratie überdimensioniert. Gerber gab weiter zu bedenken, dass dem Gemeinderat angesichts des Projekts «Belchentunnel» schlicht die Zeit fehle, sich intensiv mit Projekten für den Jurapark zu befassen.

«Mir wei luege»-Mentalität

Mehrere Redner pflichteten dem Ratsvertreter bei. Vereinzelt prasselte vernichtende und weit über das Ziel schiessende Kritik auf die Idee und die Initianten des Juraparks ein. Es gab aber auch positive Voten zum Jurapark, für den sich immerhin 28 der 43 angefragten Gemeinden ausgesprochen haben. Es gehe nicht um Eptingen, sondern um die Region, war etwa zu hören. Auch die Landwirtschaft könne vom Parkprojekt profitieren. Andernorts, etwa in Graubünden, hätten sich die Naturpärke bewährt. Alt Gemeindepräsident Hansjörg Schmutz meinte pragmatisch, es passe zum Baselbieter, wenn er sagt «mir wei luege». Bewährt sich das Projekt in der zweijährigen Pilotphase, könne Eptingen Ende 2011 definitiv entscheiden, was es will.

Auch Budget 2010 verabschiedet

Nach langer Debatte hiess die Versammlung auch einen Planungskredit von 18 000 Franken für den Umbau des Friedheims und der Gemeindeverwaltung gut. Gemeindepräsidentin Renate Rothacher erklärte, die Planungskommission habe verschiedene Varianten geprüft, wie die beiden benachbarten Liegenschaften umgebaut werden könnten, habe aber keine überzeugende Lösung gefunden. Nun zieht die Gemeinde einen Architekten bei, der ein Nutzungskonzept mit grober Kostenschätzung erarbeiten soll. Ferner verabschiedete die Versammlung das Budget 2010 mit einem Fehlbetrag von 190 000 Franken und nahm den Rücktritt von Gemeinderat Heinz Sommer auf den 30. Juni 2010 zur Kenntnis.

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