Deborah Balmer

Die moderne und grosszügige Dreizimmerwohnung an der Gyslifluhstrasse in Rohr ist bewusst alt eingerichtet: Im Wohnzimmer stehen zwei Biedermeiersofas, an der Wand hängen Bilder von Anker und eine Neuenburger Pendule.

«Die Menschen, die in den Auenpark kommen, sind zwischen 57 und 100 Jahre alt - sie sollen sich hier möglichst daheim fühlen», sagt die Pflegefachfrau Rita Rupp.
Seit Juli 2009 ist sie die Geschäftsführerin der neu gegründeten GmbH. Seit gut vier Jahren gibt es den Auenpark für Demenzkranke, aufgebaut und geführt wurde er unter der Leitung der Stollenwerkstatt. Auch Rita Rupp hat da schon für die Stollenwerkstatt gearbeitet. «Weil die Zahlen nicht mehr stimmten, hat der neue Geschäftsführer der Stollenwerkstatt den Auenpark abgestossen», so Rupp. «So entschied ich mich, den Auenpark mithilfe meines Mannes weiterzuführen.»

Über 200 Krankheitsformen

Zwischen vier und zehn Demenzkranke kommen jeden Tag in den Auenpark. Man isst gemeinsam, einige helfen beim Kartoffelschälen oder sie legen Wäsche zusammen. «Dabei muss ich immer wieder zeigen, wie das geht», so Rupp. Wichtig ist ihr, dass die Demenzkranken viel Zuwendung bekommen: «Eigentlich so wie Kinder.»

Auch Spaziergänge stehen auf dem Tagesprogramm. «Es ist immer der Moment, der zählt», so Rupp. Die Menschen freuen sich über etwas und im nächsten Augenblick ist es bereits wieder vergessen.» Demenzerkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Laut Rita Rupp gibt es sogar schon 50-Jährige, die daran erkranken.
Wieso das so ist, darüber rätselt die Wissenschaft. Über 200 Formen von Demenz sind bekannt: Einige Erkrankte fragen tausendmal dasselbe, andere sitzen nur noch da und reden kein Wort, andere werden aggressiv.

Traurig und schön

Rupp findet es wichtig, dass Angehörige auf die eigenen Ressourcen achten und die Demenzkranken auch einmal abgeben. Sie liebt ihren Job: «Manchmal ist er traurig, manchmal schön - ich bekomme aber immer viel zurück.»