Eddy Schambron

Der Bischofsvikar äusserte sich in seiner Predigt zu den vielfältigen Aufgaben der Priester und machte deutlich, dass der priesterliche Dienst anspruchsvoll sei. Er stelle fest, dass sich junge Theologen fragten, ob sie dieser Aufgabe gewachsen seien oder die Angst vor der Vereinsamung hätten.

Tatsächlich werde der Mensch im priesterlichten Dienst voll beansprucht. «Aber er muss sich nicht davon auffressen lassen», mahnte Sterkmann. «Er muss Jesus Christus in die Mitte stellen, nicht sich selber.» Auch sei ein Priester kein Einzelgänger, der alles selber machen müsse. Vielmehr könne er auf die Mithilfe der Gläubigen zählen.

Viel Arbeit

Die Kirche leide unter einem starken Priestermangel, sei mit einem eigentlichen Nachwuchsmangel konfrontiert. «Das bereitet vielen Gläubigen Sorge.» Wie, fragte der Bischofsvikar, ist auf dieses Zeichen der Zeit zu reagieren.

«Sollen wir versuchen, zum Gebet anzustossen? Oder sollen wir die Zulassungsbedingungen für den Priesterberuf ändern?» Sterkmann liess die Antwort offen, fasste die Situation aber treffend zusammen: «Es gibt viel Arbeit, aber wenige Arbeiter.»

Verehrter Heiliger

Einer dieser Arbeiter war der heilige Burkard, ein Priester, der im 12. Jahrhundert in Beinwil gewirkt hat und dem viele wundertätige Handlungen zugesprochen werden. Er starb am 18. Mai 1200, die Gebeine des Lokalheiligen ruhen in der Krypta. Nicht nur in Beinwil wird er verehrt.

In die Wallfahrtskirche pilgern das ganze Jahr über zahlreiche Gläubige. Das Burkardusfest wird jedes Jahr am Montag nach Christi Himmelfahrt gefeiert; es gilt in Beinwil als offizieller Feiertag. Dazu treffen jeweils alle Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanats Muri ein.

Gestern umrahmten Theres Meienberg an der Orgel, der Kirchenchor, ebenfalls unter ihrer Leitung, sowie das Solisten-Duo Monika Käch, Mezzesporan, und Karl Meienberg, Bariton, die Feier. Anschliessend an den Gottesdienst traf sich die Festgemeinde zum Apéro.