Hund

Beim zweiten Hund solls teurer werden

Wie zuvor: Der zweite Hund wird in Muttenz nicht teurer.

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Wie zuvor: Der zweite Hund wird in Muttenz nicht teurer.

Alle Baselbieter Gemeinden sollen ihre Hunde nach denselben Regeln halten. Das verlangt der Verband Basellandschaftlicher Gemeinden. Die Idee ist auf dem Mist der Muttenzer gewachsen.

Muriel Mercier

Der Verband Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) hat genug von den Alleingängen der einzelnen Gemeinden - er will allgemein gültige Regeln für das Halten von Hunden. Dies betrifft in erster Linie die Hundesteuer. Die Gemeinde Muttenz hat die Pionierrolle übernommen und wollte die Hundesteuer erhöhen. Wie bisher sollte der erste Hund im Jahr 100 Franken kosten - für einen zweiten sollte der Besitzer aber mehr als 100 Franken berappen, denkbar wären 150 Franken.

Ziel der erhöhten Gebühr ist es, die Anzahl Hunde pro Haushalt - in Muttenz leben ungefähr 700 Tiere - zu verrringern. Zwar nahmen die Einwohner den Vorstoss an der Gemeindeversammlung im März 2007 mit wenigen Gegenstimmen an. Dennoch wurde er von der Baselbieter Regierung Anfang März 2009 abgeschmettert. Grund: Da die höheren Gebühren im Sinne einer Lenkungsabgabe funktionieren sollen, müsse eine rechtliche Grundlage vorhanden sein. Die Gemeinde Muttenz krebste zurück.

Der Muttenzer Gemeindeverwalter Urs Girod sieht die Absage der Regierung nicht dramatisch. Das grösste Problem seien die vielen Hündeler im Hardwald. «Die meisten Besitzer kommen aber aus Basel oder dem Elsass. Würden wir die Hundesteuer ab dem zweiten Hund erhöhen, gäbe es also bei uns nicht weniger Hunde.» Der Gemeinderat sage sich jetzt ‹Pustekuchen› und wolle keine weiteren Schritte unternehmen. «Hunde sind eine soziale Institution. Es gibt viele Menschen, die ihre Tiere brauchen.»

Spezielle Bewilligung ab 3 Hunden

Obwohl er abgewiesen wurde, hat der Vorstoss der Muttenzer Einwohner in anderen Gemeinden Wellen geschlagen. Auf dem Schreibtisch von Theres Demont des kantonalen Rechtsdienstes liegt der Antrag einer weiteren Gemeinde, die eine Erhöhung der Hundesteuer ab dem zweiten Tier im Gesetz verankern will. Welche Gemeinde sich darum bemüht, darf sie nicht sagen: «Der Antrag ist erst in der Vorprüfung.» Ausserdem hätte am Schluss ohnehin die Gemeindeversammlung das letzte Wort.

Das Hunde-Reglement in Birsfelden wurde von der Baselbieter Sicherheitsdirektion vor noch nicht allzu langer Zeit abgesegnet und ist per Anfang April in Kraft getreten. Demnach kann der Gemeinderat Plätze und Orte bezeichnen, an welchen Hunde an der Leine zu führen sind oder zu welchen sie keinen Zutritt haben.

Gebühren bezahlen die Besitzer alle gleich viel - egal, wie viele Hunde unter ihrem Dach wohnen. «Ein Hund kostet in Birsfelden jährlich maximal 130 Franken», erklärt Gemeindepräsident Claudio Botti. «Wir haben Glück, dass die Hard auf Muttenzer Boden liegt», denn dort seien die vielen Hunde, die von ihren Herrchen Gassi geführt werden, schon eher ein Problem.

Auch die Gemeinde Reinach sieht keinen Handlungsbedarf, um die Anzahl der Hunde in den Haushalten mit einer Lenkungsabgabe zu verringern. Gemeindepräsident Urs Hintermann sieht andere Wege, um eine artgerechte Haltung der Tiere zu sichern. «Wenn die Hunde nicht entsprechend behandelt werden, alarmieren wir den Tierschutz.» Hinzu kommt, dass das Halten von mehr als drei Hunden bewilligunsgpflichtig sei. Sobald die persönlichen und örtlichen Verhältnisse Gewähr für eine einwandfreie Haltung bieten, wird diese vergeben.

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