Diese vorläufige Bilanz zog der Gouverneur von Flämisch-Brabant, Lodewijk De Witte, am Abend. Unter den Toten ist nach Angaben der Staatsbahn SNCB auch der Lokführer eines Zuges. "Normalerweise dürften jetzt keine Opfer mehr in den Waggons liegen", sagte De Witte.

Der Lokführer der Regionalbahn aus Löwen habe ein Haltesignal übersehen, sagte der Gouverneur weiter. Vermutlich spielte das schlechte Wetter mit dichtem Schneefall eine Rolle. Der Fahrplan sei durcheinandergeraten, da der entgegenkommende Zug zehn Minuten Verspätung hatte.

Nach Angaben des belgischen Bahnnetz-Betreibers Infrabel war die Strecke mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das Züge beim Überfahren eines roten Signals automatisch stoppt. Doch seien noch nicht alle Züge damit ausgerüstet.

In den voll besetzten Zügen sassen laut Bahngesellschaft SNCB 250 bis 300 Menschen. Einige Fahrgäste wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Etwa 20 Fahrgäste erlitten schwere Verletzungen, weitere 60 wurden wegen Schocks, Prellungen oder kleiner Schnitte behandelt. Schneefall und eisige Kälte behinderten die Bergungsarbeiten.

Vor Ort bot sich ein Bild der Verwüstung. Bei dem Unfall waren die Züge bei einem Gleiswechsel auf dasselbe Gleis zugerollt und seitlich gegeneinandergeprallt. Die Wucht des Aufpralls schob die beiden ersten Waggons im 45-Grad-Winkel nach oben. Darunter verkeilte sich ein weiterer Waggon, mehrere Wagen sprangen aus den Schienen.