Beim FC Aarau fallen die Würfel

Beim FC Aarau fallen die Würfel

Beim FC Aarau fallen die Würfel

Am 7. Februar bestreitet Aarau das kapitale Spiel gegen Bellinzona. Drei Tage später decken die Klubbosse die Karten auf und sagen, wie es sportlich und wirtschaftlich weitergeht.

Ruedi Kuhn, kumköy

Den 7. und 10. Februar müssen sich die FC-Aarau-Fans in ihren Agenden rot anstreichen. Beim ersten Termin steht der sportliche Aspekt im Vordergrund, beim zweiten der wirtschaftliche. Momentan verschwenden die Klubbosse nach eigener Aussage noch keine Gedanken an die Challenge League. Einfach deshalb, weil alles dafür getan wird, um dem Trainerstab mit Chefcoach Martin Andermatt an der Spitze und den Spielern beste Voraussetzungen für den Ligaerhalt zu bieten.

Plan B liegt in der Schublade

Das kann sich allerdings schnell ändern. Verlieren die Aarauer zum Rückrundenauftakt im Brügglifeld gegen die AC Bellinzona, beträgt der Rückstand auf den Barrageplatz schon elf Punkte. Realistisch betrachtet ist die Relegation dann kaum mehr abzuwenden. Der Verwaltungsrat steht in diesem Fall zweifellos vor einer Grundsatzentscheidung und ist gezwungen, zweigleisig zu planen. All das ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar reine Spekulation, eines aber steht fest: Plan B liegt schon in der Schublade.

Fakt ist, dass Präsident Alfred Schmid, Vize Roger Geissberger, Sportchef Fritz Hächler und Andermatt am Mittwoch, 10. Februar, die Medien zu einer Orientierung einladen. Und Fakt ist auch, dass Geissberger an diesem Tag über die Einleitung der zweiten Tranche der bereits genehmigten Kapitalerhöhung informieren wird. Diese soll eine Million Franken in die Kasse spülen.

Mit Sicherheit werden Schmid und Co. an dieser Pressekonferenz auch einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Rückrunde machen. Sportlich hängt alles vom Resultat des Bellinzona-Spiels ab. In finanzieller Hinsicht gehts um die Lizenzeingaben, die bis Mitte Februar über die Bühne gehen müssen. Gut möglich, ja sogar wahrscheinlich ist, dass Finanzchef Ruedi Vogt ein Budget für die Super League und eines für die Challenge League aufstellen muss.

Die Konsequenzen eines Abstiegs

Natürlich will im Umfeld des FC Aarau zum jetzigen Zeitpunkt keiner vom Fall in die zweithöchste Spielklasse sprechen. Anderseits darf man 29 Jahre nach dem Aufstieg in die Nationalliga A den Sinn für die Realität nicht verlieren. Ein Abstieg hätte für den FC Aarau einige Konsequenzen. Sportlich käme es innerhalb der ersten Mannschaft zweifellos zu einem Verjüngungsprozess.

Spieler wie Loris Benito, Frédéric Schaub, Emir Sinanovic und Tobias Müller würden in die Verantwortung gezogen. Sollten die Aarauer den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit Torhüter Ivan Benito aus finanziellen Gründen nicht verlängern, stünden die Talente Sascha Studer und Joël Mall bereits in den Startlöchern. Beide haben ihre Verträge unlängst bis 2014 verlängert.

Ein Abstieg hätte natürlich auch Auswirkungen auf das Gesamtbudget. Dieses beläuft sich in der Super League auf rund 7 Millionen Franken. In der Challenge League müsste es um die Hälfte reduziert werden. Weniger Einnahmen gäbe es in der unteren Liga auch im Zuschauerbereich, im Sponsoring und mit der Trikotwerbung. Der FC Aarau steht am 7. Februar wieder einmal vor einem Schicksalsspiel. Es muss ein Sieg her.

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