Aargauer Zeitung
Beim Dritten Mal gabs für Jugendliche nichts mehr

Drei Gemeinden im Mittleren Wynental haben am Projekt «Alkohol-Testkäufe» teilgenommen und die vorgesehenen drei Testrunden durchgeführt. Die Behörde freuts - in der dritten Runde ist kein einziger Betrieb hängen geblieben.

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Das dritte Mal gabs nichts mehr

Das dritte Mal gabs nichts mehr

Peter Siegrist

Vor einem Jahr sagte die Unterkulmer Gemeinderätin Manuela Basso gegenüber der AZ: «Auch bei uns auf dem Land sind das Rauschtrinken Jugendlicher und die trüben Bilder betrunkener Schüler bekannt.» Basso, die Verantwortliche für die Präventionsgruppe der drei Gemeinden Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal, ergänzte: «Wir gehen das Problem aktiv an, wir sind als Gruppe präsent und schauen hin.»

Mit der Teilnahme am Projekt «Alkohol-Testkäufe» haben die Gemeinden parallel zu präventiven Massnahmen, die Verkaufsstellen (Läden, Kioske, Shops), Restaurants und Vereine (Abendanlässe) getestet. Mehr noch: Die Präventionskommission wollte sicherstellen, dass alle Alkoholverkaufsstellen die gesetzlichen Bestimmungen einhalten.

Dritter Testlauf im März

Anfang März gaben die Behörden der drei Gemeinden den Auftrag für die dritte Serie von Alkohol-Testkäufen. Dieses Mal haben alle kontrollierten Betriebe den Test bestanden, keinem jugendlichen Käufer wurde ein alkoholisches Getränk verkauft.

Genau genommen handelte es sich beim dritten Mal um eine Nachkon-trolle der Betriebe, welche die ersten beiden Tests nicht bestanden hatten. Manuela Basso ist mit dem Verlauf der Tests zufrieden. «Wir haben immer auf die Transparenz geachtet», sagt Basso, «nach einer allgemeinen Information haben wir jeweils angekündigt, in welchem Zeitraum eine Serie Testkäufe stattfindet.» Getestet wurde jedes Mal nach dem gleichen Muster. Besonders geschulte Jugendliche aus andern Gemeinden waren in Zweiergruppen unterwegs und bestellten zum Beispiel in einem Restaurant ein alkoholisches Getränk. Oder sie versuchten in einem Laden einzukaufen.

Im ersten Durchgang fielen 40 Prozent der getesteten Betriebe durch. Diese wurden Monate später ein zweites Mal kontrolliert. Wiederum bestanden 40 Prozent den Test nicht, was ihnen eine Verwarnung eintrug.

Jetzt, im dritten Test, hat es in allen drei Gemeinden geklappt, kein Betrieb verkaufte mehr Alkohol an Jugendliche, alle kontrollierten sie die Ausweise. Ein drittes Durchfallen hätte auch Folgen gehabt, der Betrieb
wäre verzeigt und gebüsst worden.

Positive Reaktionen der Betriebe

Manuela Basso hat jeweils nach den Tests sämtliche Betriebe besucht. «Wer bestanden hat, bekam eine schriftliche Bestätigung. Den andern haben wir unsere Unterstützung angeboten. Die Reaktionen im Dorf seien durchwegs positiv gewesen, erklärt Manuela Basso. «Auch die Getesteten haben sich positiv geäussert, nur eine Reklamation habe ich erhalten.» Auch seitens der Eltern hätten sie ein gutes Feedback erhalten. «Viele sind froh, dass sie die Gemeinden im Kampf gegen Alkohol unterstützen.»

Prävention ist nie abgeschlossen

Für die Präventionskommission sei klar, sagt Manuela Basso, mit den bestandenen Tests sei die Kampagne nicht abgeschlossen. «Wir können das nicht einfach auf die Seite legen.» So werde die Gruppe jetzt die Testserie auswerten und diskutieren, wie der jetzige Stand gehalten werden könne. Das Kinder- und Jugendwerk des Blauen Kreuzes, welches die jugendlichen Testkäufer schult und einsetzt, empfiehlt zum Beispiel, auch in den Folgejahren mit Tests weiterzufahren, erklärt Manuela Basso. Besonders schwierig sei es, die Stellvertreterkäufe zu verhindern. Bei Läden schicken die Jugendlichen oft ältere Kollegen vor, die das Gewünschte kauften.

Die ganze Aktion war mit der Regionalpolizei genau abgesprochen. Angehörige der Repol waren auch bei der zweiten und dritten Serie der Testkäufe präsent. Sie haben jeweils die Testkäufer begleitet und die fehlbaren Betriebe verwarnt. Das Urteil des Kantonsgerichts Baselland, das die Testkäufe als illegal bezeichnete, hatte im Aargau keinen Einfluss.

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