Aargauer Zeitung
Bei Postschliessung haben Gemeinden nichts zu sagen

Wenn zwei Männer von der Post auftauchen, verheisst das in der Gemeinde oft nichts Gutes. Dann geht es um die Schliessung der Poststelle. Die Gemeindeammänner des Bezirks Muri beklagen die mangelnde Mitbestimmung.

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Bei Postschliessung haben Gemeinden nichts zu sagen

Bei Postschliessung haben Gemeinden nichts zu sagen

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Eddy Schambron

«Gibt es noch andere Gemeinden, in denen die Post die Tür zumachen will?», fragte der Aristauer Gemeindeammann Ueli Küng an der Frühjahrstagung der Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Muri.

Er möchte sich mit Vertretern anderer Gemeinden, die in der gleichen Lage sind oder es waren, austauschen und besprechen, wie man auf die Pläne der Post reagieren kann. Dabei macht er sich keine Illusionen. «Man hat das Gefühl, man wird von der Post einfach vor Tatsachen gestellt.»

«Die Post entscheidet»

Stefan Gisler, Gemeindeammann in Buttwil, ist in einer ähnlichen Lage. «Wir haben gar nichts zu sagen», stellte er fest. Zwar habe die Post für Buttwil drei Varianten für die Poststelle vorgelegt, «aber die Post entscheidet». In der Gemeinde gebe es drei Läden, aber sie seien «nicht so geeignet», darin eine Poststelle einzurichten.

Die Gemeinde spricht sich nun für weniger lange Öffnungszeiten der Post Buttwil aus. «Immerhin haben wir noch das Gebäude, aber was die Post macht, ist eine andere Sache.»

Pflegegesetz vorgestellt

An der Frühjahrstagung, die auch dem Gedankenaustausch und dem geselligen Beisammensein dient, besuchten die Gemeindeammänner des Bezirks Muri zuerst den Flugplatz Buttwil. An der anschliessenden Tagung im Restaurant Scheuber genehmigten sie ihre Jahresrechnung. Grossrat Andreas Villiger, Sins, machte darauf aufmerksam, dass die ländlichen Regionen beim neuen Strassenverkehrsgesetz auf die Spezialfinanzierung pochen sollten.

Anschliessend hörten sich die Gemeindeammänner ein Referat von Urs Niffeler, Sektionsleiter Controlling/Planung beim Departement Gesundheit und Soziales, zum Thema «Neue Pflegefinanzierung» an. «Da kommt etwas nicht ganz Einfaches auf uns zu», stellte Paul Leu, Auw, der Obmann der Gemeindeammänner, fest.

Niffeler erklärte, das neue Pflegegesetz bringe eine Entlastung der Leistungsbezüger, diene der Verhinderung von Sozialhilfeabhängigkeit und ermögliche die bestmögliche Pflege für schwerst Pflegebedürftige, was heute ein Problem sei. Schliesslich regle es die Aufgaben- und Lastenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden.