Feldschlösschen
Bei Feldschlösschen kommt der «Sprit» aus der Steckdose

Eine ausgefeilte Logistik gilt seit Gründung der Brauerei Feldschlösschen im Jahr 1876 als Markenzeichen und Erfolgsgarant des Unternehmens. Gestern gingen bei Feldschlösschen fünf neue Elektrolastwagen in Betrieb.

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Peter Rombach

Die in Zusammenarbeit mit Volvo Schweiz entwickelten Fünftonner der Marke Modec verfügen über eine Nutzlast von etwa 2,7 Tonnen und werden künftig in den Stadtgebieten von Basel, Bern, Genf, Zürich und im Tessin für die Belieferung von Gastronomiekunden eingesetzt. Dank enger Zusammenarbeit mit der AEW Energie AG bekommen die Batterien ihren «Sprit» aus der Steckdose, erhalten also Strom, der aus 100 Prozent Wasserkraft stammt. Darauf wies Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger an einer Präsentation für Medienvertreter auf dem Schalanderplatz hin.

Dass dieses Pilotprojekt auch vom Schweizer Bundesamt für Energie begleitet wurde, fand er bemerkenswert. «Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt wahr und setzen auch künftig auf innovative Lösungen.» Schon heute transportiere die Brauerei 60 Prozent per Bahn in die regionalen Logistikstandorte, um die Feinverteilung dann mit kleineren Fahrzeugen vornehmen zu können.

Starker Logistik-Sektor

Immerhin verfüge Feldschlösschen mit den 17 Logistikstandorten über ein schweizweites Netz. In diesem Sektor wirkten rund 500 Mitarbeitende, also fast jeder dritte des Unternehmens. Die Fahrzeugflotte zähle 200 Lastwagen und gegen 450 Stapler. Mit den fünf Elektrolastwagen komme Feldschlösschen der Vision einer CO-freien Logistik ein Stück näher, ist CEO Thomas Metzger überzeugt.

Er skizzierte darüber hinaus das bisherige Umweltengagement. So wird durch eine in der Branche bislang einmalige Anlage wichtige Wärme durch Biogas und thermische Alkoholverwertung erzeugt, wobei allerdings Erdgas weiterhin als Hauptwärmelieferant der Brauerei gilt. Zur Unternehmensphilosophie hielt Metzger fest: «Wir leben von der Natur, also den Rohstoffen wie Hopfen, Malz, Gerste, Wasser – da ist umweltbewusstes Handeln wichtig.» Er bevorzuge Taten statt Worte, die neuen Elektrolastwagen seien für den Einsatz in städtischen Ballungsgebieten nach vielen Tests «hervorragend geeignet».

Schon 2008 starteten Feldschlösschen und Volvo in eine erste gemeinsame Testphase mit Elektrolastwagen. Das Resultat könne sich heute sehen und vor allem fahren lassen, verdeutlichte Jürg Hörzer, General Manager von Volvo Trucks Schweiz. Die Reichweiten betragen maximal 160 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 80 Stundenkilometern angegeben. «Als Konzern, der Umwelt zu seinen Kernwerten zählt, ist auch Volvo in der Pflicht», versicherte Hörzer und hielt fest, dass es sieben Lastwagen-Prototypen gebe, um alternative Treibstoffe zu testen – angefangen vom Biodiesel über Methanol bis hin zu gemischten Kraftstoffen und Wasserstoffgas.

Herausforderungen bestünden darin, alternative Energien zur Marktreife zu entwickeln und auch in Nutzfahrzeugen die Hybridantriebe einzusetzen. «Die Ölproduktion erreicht bald den Höchststand», gab sich Jürg Hörzer illusionslos. Und er deutete auf den Elektrolastwagen: «Ein Feldtest bestätigte, dass er für Agglomerationsverkehr sehr geeignet ist.»

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