Baustelle

Bei der Baustelle A1 wird's eng für die Autofahrer

Symbolbild.

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Am Tag sind nur wenige Arbeiter auf der Baustelle Autobahn A1 zwischen Lenzburg und Birrfeld zu sehen. Umso mehr sind es nachts. Diese Woche wird die Verkehrsführung verändert. Höchste Konzentration und Aufmerksamkeit werden von den Autolenkern gefordert.

Sandra Kohler

22 Uhr: Grosse Leuchttafeln weisen auf den bevorstehenden Spurwechsel hin. Zirka 800 Meter später wird der Verkehr wieder zurück auf die linke Spur gelenkt. Diese Woche fliesst der Verkehr nachts einspurig durch die Baustelle auf der A1 zwischen Lenzburg und Birrfeld. In beiden Fahrtrichtungen stehen Lastwagen mit blinkenden Lampen auf den Führerkabinen. Bauarbeiter machen sich an den Absperrungen zu schaffen. Die Situation für die Autofahrer ist unübersichtlich, die Fahrspuren sind eng. Höchste Konzentration und Aufmerksamkeit sind gefordert.

Die Verkehrsführung und die Spurbreite wird zwar regelmässig von Signalisationsexperten überprüft, dennoch machen die Betonabsperrungen die Fahrspuren scheinbar schmaler. Manche Autolenker treten unvermittelt auf's Bremspedal, da sie fürchten die nahe vorbeiziehenden Absperrungen zu streifen.

«Diese Woche findet die Verkehrsumstellung statt, dabei werden die orangen Signalisationsbänder am Boden und die Mini- bzw. Variogarden, also die Betonabschrankungen, versetzt», erklärt Astra-Sprecherin Esther Widmer. Die Arbeiten müssen aus Sicherheitsgründen zwingend nachts ausgeführt werden, da es tagsüber wegen dem dazu nötigen Spurabbau sonst zu langen Staus kommen würde.

Bisher haben sich 26 Unfälle ereignet

Auch am Morgen im Berufsverkehr wird die Nervenstärke der Autolenker geprüft. Staus fast jeden Tag, entweder wegen hohem Verkehrsaufkommen, wegen Unfällen oder den Gaffern. Seit Baubeginn im April haben sich gemäss Angaben der Aargauer Kantonspolizei 26 Unfälle ereignet. Auffahrkollision, Streifkollision und Selbstunfälle. Bisherige Bilanz: Zwei Verletzte und ein Sachschaden von insgesamt rund 300 000 Franken.

Ob dies nun viel oder wenig für eine Baustelle sei, kann Bernhard Graser so nicht beantworten. Im Bereich von Baustellen komme es häufig zu einem Anstieg bei den Unfällen. «Die Anzahl Unfälle auf diesem Streckenabschnitt kann nicht mit der Anzahl vom letzten Jahr verglichen werden, da wir letztes Jahr keine Baustelle hatten», sagt Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser. Man könne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Tempo 60 kommt nicht in Frage

Zu Beginn der Bauzeit kam es bei der Einfahrt Lenzburg vermehrt zu Problemen. Verärgerte Autofahrer meldeten sich beim Astra. «Die Einspurstrecke war zu kurz, die Situation wurde aber innerhalb von 24 Stunden verbessert», sagt Esther Widmer. Rückmeldungen seien sehr wichtig und würden ernst genommen.

Die Geschwindigkeit als Vorsichtsmassnahme auf 60 zu reduzieren, kommt für Astra-Sprecherin Widmer nur in Frage, wenn dieser aus Sicherheitsgründen für die Autofahrenden vorgenommen werden muss. «Ohne eine solche Begründung hätte ich täglich 10 bis 20 Mails und Telefonanrufe von verärgerten Autofahrenden. Der Protest wäre immens.» Tempo 60 werde nur eingesetzt, wenn ein Streckenabschnitt eine Kurve oder einen kurzen Spurwechsel aufweise oder wenn trotz übersichtlicher Streckenführung die Unfallzahlen ansteigen würden.

Kapo-Sprecher Bernhard Graser appelliert an die Autofahrer: «Tempo 80 muss zwingend eingehalten werden, ‹es mag nüt liide›. Die Situation ist zu heikel.» Gerade im Berufsverkehr stellt die Polizei immer wieder fest, dass Autolenker ihre Aufmerksamkeit nicht dem Verkehr widmen, sondern Dinge tun wie zum Beispiel telefonieren, Kurzmitteilungen schreiben oder essen. 

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