Bilder am 14.1. ins DC unter "Sandsteinhoehlen Liebegg"
Bei den Gränicher Höhlen besteht Steinschlaggefahr

Bei den Sandsteinhöhlen am Fusse des Schlosses Liebegg in Gränichen besteht Steinschlaggefahr. Eine Höhle ist gesperrt, das Betreten der anderen Höhlen ist auf eigene Verantwortung möglich.

Merken
Drucken
Teilen
Vorsicht bei den Gränicher Höhlen

Vorsicht bei den Gränicher Höhlen

Marcel siegrist

Seit einigen Tagen stehen unübersehbar Warnschilder bei den Sandsteinhöhlen am Fusse des Schlosses Liebegg in Gränichen. Die Schilder machen auf die Steinschlaggefahr aufmerksam. «Der Aufenthalt in und vor den Sandsteinhöhlen geschieht auf eigene Verantwortung. Bei Unfällen wird jede Haftung abgelehnt», steht auf einem der Warnschilder. «Das ist eine reine Vorsichtsmassnahme, die in Absprache mit der Gränicher Gemeindeverwaltung gemacht wurde», betont der Aarauer Stadtoberförster Christoph Fischer. Die Ortsbürgergemeinde Aarau ist Grundeigentümerin des Gebiets bei den Sandsteinhöhlen.

Die Warnschilder wurden beim beliebten Ausflugsziel, im Sommer 2007 gar Schauplatz des Open-Air-Theaters «Höhlendämmerung», nicht von ungefähr montiert: In einer der Höhlen hatte sich 2009 eine grosse Sandsteinplatte gelöst und war zu Boden gekracht. Diesen Vorfall beobachtete zufällig ein Höhlenbesucher. Zudem stürzten nach einem Unwetter im Sommer 2009 einige Buchen vom Wald über den Sandsteinhöhlen in die Tiefe.

Ein Geologe war in den Höhlen

Die Ortsbürgergemeinde Aarau leitete Massnahmen ein, um allfällige Gefahren festzustellen. Sie durchforstete den Wald oberhalb der Höhlen und begutachtete diese mit einem Geologen der Eberhard und Partner AG, Aarau. «Ein Bericht des Geologen liegt vor», so Fischer.

Mittlerweile ist die Höhle, in der die Sandsteinplatte zu Boden stürzte, mit einem Holzzaun für jeglichen Zutritt gesperrt. «Diese Höhle ist anders aufgebaut, anders geschichtet als die anderen», erklärt Fischer. «Dass dies so ist, haben wohl
damals auch die Arbeiter gemerkt und hier nur wenig Sandstein abgebaut.»

In den Jahren 1820 bis 1860 wurde in Gränichen Sandstein abgebaut, der Verwendung beim Bau von Häusern und Kirchen fand. Auch für das Mauerwerk des Schlosses Liebegg wurde dieses Baumaterial, sandige Ablagerungen aus der Tertiärzeit (60 bis 1 Million Jahre vor Christus), verwendet.

«Ein Restrisiko besteht immer»

Die anderen Liebegger Sandsteinhöhlen dürfen von Besuchern mit der nötigen Vorsicht weiterhin betreten werden. Der Geologe gab dafür grünes Licht. «Ein Restrisiko besteht immer. Aber das ist auch bei einer Wanderung in den Bergen der Fall, wo sich Steine lösen können», so Fischer. Der Geologe hat im Übrigen empfohlen, die Feuerstelle, die in einer der grossen Höhlen angelegt wurde, aus Sicherheitsgründen aufzuheben. Dies ist denn auch vorgesehen.

Trotz Steinschlaggefahr geht wie geplant ein Teil der Aktivitäten des grossen Mittelalterfestes im August bei den Liebegger Sandsteinhöhlen über die Bühne. An diesem Ort mit besonderem Ambiente sollen unter anderem zwei Konzerte der Band Faun über die Bühne gehen. «Die Aktivitäten werden abgesprochen und auf die Steinschlaggefahr abgestimmt», erklärt Christoph Fischer.