«Befürworter machen sich zu Mittätern»

Der Wintergarten ist eines der Objekte, das für Unmut auf dem Üetliberg sorgt. mts

Uetliberg

Der Wintergarten ist eines der Objekte, das für Unmut auf dem Üetliberg sorgt. mts

Die Absicht, die illegal erstellten Bauten auf dem Üetliberg nachträglich zu legalisieren, wird vom Verein «Pro Üetliberg» aufs Schärfste verurteilt. Dies käme einem Freibrief zur grenzenlosen Nutzung des Berges gleich.

Sandro Zimmerli

«Mit einer Richtplanänderung auf dem Kulm würde definitiv ein Rechtsbruch begangen.» Der Verein «Pro Üetliberg» reagiert heftig auf die neuste Entwicklung im Konflikt um das beliebte Zürcher Ausflugsziel. Wie gestern bekannt wurde, befürwortet eine Mehrheit der kantonsrätlichen Kommission für Planung und Bau die vom Regierungsrat beantragte Teilrevision des kantonalen Richtplans. Demzufolge soll das Landwirtschaftsgebiet auf dem Gipfel des Üetlibergs zu einem Erholungsgebiet werden. Die vom Hotelier und Besitzer des gesamten Uto-Kulm-Plateaus, Giusep Fry, illegal erstellten Bauten könnten so nachträglich legalisiert werden, schreibt die Kommission.


Nach SP und Grünen, die mit einem Minderheitsantrag das ganze Geschäft an den Regierungsrat zurückweisen wollen, äussert nun auch der Verein «Pro Üetliberg» seinen Unmut gegen das Ansinnen. «In dieser Geschichte geht es schlicht und einfach um viel Geld versus geltendes Recht», schreibt der Verein in einer Mitteilung. Giusep Fry habe ein Problem mit der geltenden Rechtsordnung. An diese Rechtsgrundlage hätten sich aber sowohl Fry als auch das Parlament zu halten.

Rechtssicherheit als Standortvorteil

«Die Befürworter einer Richtplanänderung machen sich so zu Mittätern», hält der Verein fest. Sie würden damit für einen Staat stimmen, in dem zweierlei Recht akzeptiert werde. Dabei sei gerade auch die Rechtssicherheit ein wirtschaftlicher Standortvorteil der Schweiz.

Ausserdem, so der Verein weiter, wäre eine Richtplanänderung ein Freibrief zur grenzenlosen Nutzung eines einzigartigen Erholungsgebiets in Stadtnähe.

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