Thomas Röthlin

Zuerst wollten die öffentlichen Aktionäre des Busbetriebs Aarau (BBA) ein Mehrheitspaket verkaufen. Dann machte die grösste Aktionärin Aarau (32%) kehrt und wurde per Volksentscheid zur Kaufinteressentin. Für die Aktien des Kantons Aargau (11%) bot sie jetzt aber zu wenig, den Zuschlag bekam mit Eurobus ein Privater (AZ vom 20. März).

Eine Umfrage unter den BBA-Aktionärsgemeinden zeigt: Ein Verkauf wird dank dem hohen Preis – Eurobus schweigt darüber, aber Aarau offerierte bei einem Substanzwert von 240Franken einen Drittel mehr – wieder aktuell.

Suhr (4,3%) und Erlinsbach AG (3,5%) haben bereits souveräne Verkaufsbeschlüsse im Rücken, «aber nur an Aarau und nur für 240 Franken», gibt der Suhrer Gemeindeschreiber Hans Huber zu bedenken. «Andere Interessenten sind kein Thema», bestätigt Kollege Bruno Vogel in Erlinsbach.

In Erlinsbach SO (2,4%) sagt Gemeindepräsident Markus von Arx, ein Einzelentscheid mache keinen Sinn. Wichtig sei, was
die anderen Niederämter BBAGemeinden Schönenwerd (7,2%), Eppenberg (0,7%) und Gretzenbach (3,7%) wollten. Und ob man seine Beteiligung am Oltner Bus zu halten gedenke. Gretzenbachs Finanzverwalter Niklaus Vögeli sagt, die grössere Auswahl an Käufern sei im Gemeinderat traktandiert. Auch der Gemeindeammann von Buchs (9%), Heinz Baur, geht davon aus, dass der BBA im Rat aufs Tapet kommt. Eigentlich habe man ja beschlossen nicht zu verkaufen, wenn Aarau nicht Mehrheitsaktionärin werde. Andererseits sei das Geschäft offenbar «lukrativ».

Biberstein (0,8%) wollte gar nie verkaufen und bleibt dabei. Auch Küttigen (6,9%) hält an seinem «Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr im Sinne des regionalen Denkens» fest, so Gemeindeschreiber Robert Rütimann. Das Juradorf war nach Aaraus Rückzug ausgestiegen.