Baumpflege in der Stadt Basel
Baumpflege im Verborgenen

28 000 Bäume werden von der Basler Stadtgärtnerei gepflegt. Manche Massnahmen sind fürs Auge nicht sichtbar.

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Baumpflege in der Stadt Basel

Baumpflege in der Stadt Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Franz Osswald

Entlang der Entenweidstrasse stehen alleeartig seit einem Jahr Jungbäume. Es sind Zerreichen, die in Zukunft den Strassenrand zieren werden. Damit die Bäumchen auch gut gedeihen, sind sie auf genügend Wasser angewiesen. Aber nicht nur von oben, denn die Jungpflanzen werden halbautomatisch mit Wasser von unten versorgt.

Um die Erdballen wurde beim Setzen ein Schlauchsystem verlegt. In trockenen Zeiten wie jetzt erhalten die Bäumchen alle zwei Wochen einmal während dreier Stunden 230 Liter Wasser, wenn die Witterung feuchter ist, jeden Monat einmal.

Zu Selbstversorgern erzogen

Derzeit dienen noch die oberen Schläuche zur Versorgung, erklärt Baumpfleger Thierry Gigelmann von der Basler Stadtgärtnerei. Das wird sich ändern, denn damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen und dem Baum einen sicheren Stand gewähren, muss das Wasser aus tiefer liegenden Systemen abgegeben werden.

Ab circa fünftem Jahr nach der Pflanzung wird der Baum nach und nach zum Selbstversorger erzogen und die Wasserzufuhr reduziert.

Solche halbautomatischen Bewässerungssysteme gibt es in Basel noch nicht häufig. Am Luzernerring beim Kreisel Flughafenstrasse werden die (zu) zahlreichen Mahleb-Kirschbäume ebenfalls unterirdisch mit Wasser versorgt, was dort Sinn macht: die Bäume stehen von Fahrbahnen umgeben mitten auf der Strasse und sind schlecht erreichbar. Via Hydrant am Strassenrand kann das Bewässerungssystem bedient werden.

Resistent gegen den Platanenkrebs

Unsichtbares gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft zu erkunden. Zu besagtem Kreisel hin säumen die Flughafenstrasse nämlich links und rechts junge Platanen. Sie ersetzen Ahorne, die für diesen Standort mit viel Verkehr und entsprechend viel Salz vom Winterdienst nicht geeignet waren.

Es stehen zwar beidseitig Platanen, aber sie unterscheiden sich dennoch. Zur Lachenstrasse hin handelt es sich nämlich um Bäume, die gegen den Platanenkrebs resistent sind, auf der gegenüber- liegenden Seite stehen «normale» Platanen.

(Noch) nicht zu sehen ist eine weitere Besonderheit an Jungbäumen, die an der Lachenstrasse gepflanzt wurden. Sie sehen aus wie jene Rosskastanien, die wir von weit herum her kennen. Wenn sie blühen, wird der Unterschied erst ersichtlich, erstrahlen ihre Blüten doch in einem schönen Gelbton.

«Wir sind immer bestrebt, Neues auszuprobieren und mit der Vielfalt neue Akzente setzen zu können», führt Thierry Gigelmann aus.

Derzeit ist er daran, bei den Bäumen «Hausbesuche» zu machen. Es gilt, bei kranken Exemplaren den momentanen Zustand abzuklären. Denn auch hier ist es so, dass die Krankheit fürs ungeübte Auge oft nicht erkennbar ist. Wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, muss der Baum gefällt werden.

Dies entspricht einem wichtigen Grundsatz, soll doch eine gesunde Durchmischung verschiedener Generationen erhalten werden. Das aber ist fürs Auge sichtbar: als gesunder Baumbestand.

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