Baum
Baumeuphorie ist ausgebrochen

Vor zwei Jahren legte Josef Emmenegger im Gebiet Fulenbach in Wohlen seine Mostobstanlage mit 140 Hochstammbäumen an. Jetzt erhielten er und seine Frau Vreni dafür die Bünztalgabe des Regionalplanungsverbandes Unteres Bünztal.

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Emmeneggers Wohlen

Emmeneggers Wohlen

Aargauer Zeitung

Jörg Baumann

Die Mostobstanlage der Familie Emmenegger ist ein Projekt, das erst in vielen Jahren seine Früchte tragen wird. «Ein Ertrag ist erst in zehn bis fünfzehn Jahren zu erwarten», sagte Josef Emmenegger an der Übergabefeier für die Bünztalgabe 2009. Mit der Gabe werden innovative und wirkungsvolle Projekte für die ökologische Aufwertung der Landschaft im Bünztal ausgezeichnet.

Auf einer Fläche von 1,5 Hektaren pflanzten Emmeneggers 140 Hochstammbäume mit seltenen Apfelsorten wie Bonapfel, Boskop, Gravensteiner und Tobiässler. Die Hochstammbäume brauchen viel Pflege und verursachen grosse Produktionskosten. Den beträchtlichen Aufwand könne er dereinst nur decken, wenn er einen Teil des Mostobstes direkt vermarkten könne, rechnete Josef Emmenegger vor.

Bünztal als Vorbild im Aargau

Die Mostobstanlage wurde vom Fonds Landschaft Schweiz unterstützt. Dieser lancierte vor drei Jahren die Alleenkampagne. Die freigesetzten Fördermittel bewirken, dass im Bünztal bis Ende Jahr 451 Alleebäume, 164 Hochstammbäume und 8 Nussbäume gepflanzt werden.

Der Fonds Landschaft Schweiz leitet dafür Förderbeiträge von insgesamt 256 000 Franken ins Freiamt. Der Aargauer Alt-Nationalrat Silvio Bircher lobte als Kommissionsmitglied des Fonds Landschaft Schweiz das Bünztal. In dieser Region werden durch die Fördermittel am meisten Bäume im Kanton Aargau gepflanzt.

Was optimistisch angefangen habe, sei schon fast in eine «euphorische Umsetzung» übergegangen, erklärte der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler, der den Regionalplanungsverband Unteres Bünztal präsidiert. In Waltenschwil pflanzte nicht nur Josef Emmenegger viele Bäume. Auch seine Nachbarn, die Landwirte Josef Meier und Beat Gürber legten sich ins Zeug und pflanzten Alleebaumreihen.

«Es ist klar ersichtlich, dass die überalterten Hochstammbäume durch junge ersetzt werden müssten», sagte Dubler. Die Bevölkerung müsse aber auch wieder Most trinken, damit sich die Investition mit der Zeit lohne. «Nicht Apfelschorle aus chinesischem Fruchtkonzentrat ist gefragt, sondern ein chüschtiger Most aus Waltenschwil gehört auf jeden Tisch.» Auch die laufende Bünzrenaturierung sei ein gutes Beispiel dafür, wie man den Wert einer naturnahen Landschaft wieder schätzen lerne, sagte Dubler.

Mit Handschlag übergab Dubler schliesslich der Familie Emmenegger die Bünztalgabe. Daran erinnert eine Holzbank mit Inschrift, die von der Fremo Muri und der Landi Freiamt gestiftet wurde. Die Landschaftsplaner Naef & Partner, Brugg, schenkten der initiativen Bauernfamilie einen jungen einheimischen Kirschbaum. Die Sorte war schon im Mittelalter bekannt.