Fasnacht
Baulärm und Schweinegrippe an der Reinacher Fasnacht

Vom Baulärm geplagt waren die Reinacher letzten Sommer. Die Hauptstrasse sah aus, als hätte ein Riese hier gespielt. Das Chaos kommentarlos schlucken mochten aber die Fasnächtler nicht, sondern verkündeten lauthals: «Jetzt lärme mir!»

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Fasnacht Reinach BL

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Heiner Leuthardt

Dass sie dann den Umzugsstart am Samstag nach dem obligaten Böller verschlafen hatten, das ist eine andere Sache. Man munkelt, das Fasnachtskomitee werde deshalb im kommenden Jahr schwereres Geschütz auffahren. Doch als die 70 Wagen, Guggen, Cliquen und Schyssdräckzygli unterwegs waren, da fragte niemand mehr, wie das Sujet heisse.

Und dass auch die Fasnächtler, gerne im Dreck wühlen und Staub aufwirbeln, das bewiesen etwa d Nuscheli Waggis mit ihrem mobilen Bauplatz. Dazu meinten d Zoggelistampfer, eines der feinen Schyssdräckzygli, maliziös: «Mir lärme au». Also liessen sie ihre Rären im Kreis drehen.

Säulimässig Glück hatten ja die Reinacher mit ihrer zentralen Flaniermeile, die es zwar immer noch nicht gibt, aber die nach der «Sommerlochete» gerade rechtzeitig wieder zugeschüttet worden ist.

Apropos Säuli, die fehlten nicht, nein, sie grassierten in grippaler Form. Die Turbomysli hatte es als Grippeschweinchen total erwischt und die Behämmerten hämmerten: «Schwein gha, du Sau!» Aber es ging auch stiller zu und her, etwa bei den Waldgeischter, die proklamierten: «Dr Wald isch unser Läbe!» Protestieren mussten einmal mehr die heimischen Wasserratten Sfarlis für ein Hallenbad, das in einer Schublade vor sich hinschimmelt. Ob dies mit chronischer Müdigkeit zu tun hat?

Das könnte sein, denn beim zweiten Durchgang bei der Fasnachtsjury schüttelten die De Luxe Jurymitglied Stephan Brugger heftig. «Das mien mir», gaben sie zu Protokoll, «denn im letschte Jurybricht hän sie gschryybe, sie hebe uns verschloofe!» Arg durchgeschüttelt schaute der Geschüttelte zu ihnen. Aber ob er und die Jury damit wach gerüttelt worden sind? Ein Lästermaul meinte nur: «I glaubs nit, dä sitzt jetzt im Gmeindroot und dört schloofe eh alli!» Zum Glück gibt es sie noch, die Reinacher Fasnacht, die auch in ihrem zweiten Jahr mit neuem Komitee glänzte.